Sonntag, 25. März 2018

Ein kleines Stückchen grünes Leben.




Nun ist auch laut dem Kalender Frühling. Obwohl das Wetter sich noch nicht so ganz entscheiden kann. Daran kann man einmal wieder sehen, dass die Natur sich nicht nach einm Datum richtet. Der Winter ist noch sehr beharrlich dieses Jahr. Mitteldeutschland versinkt im Schneechaos ... ein paar Tage später ist alles wieder weggetaut, es herrscht strahlender Sonnenschein und die Temperaturen schnellen nach oben. Schon seit den ersten Sonnenstrahlen, juckt es dem Hobbygärtner und Naturfreund in den Fingern: Endlich wieder den süßen Duft der vielen Blüten in der Nase, ein laues Lüftchen im Nacken und wieder Erde unter den Fingernägeln. Auch Julia und mich verfolgt eigentlich schon seit Weihnachten die Vorfreude auf das neue Gartenjahr. Dies nehmen wir zum Anlass ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen, uns Pläne für die kommende Saison zu machen und zu überlegen, was uns ein eigener Garten eigentlich bedeutet.



Jule's grünes Reich

Meine Großeltern haben schon immer einen großen Garten an ihrem Haus gehabt. Als ich klein war, stand darin eine Schaukel und eine Rutsche. Im Gras habe ich mit Barbies gespielt und Ketten aus Gänseblümchen gebastelt.
Damals hat meine Oma mir eine Ecke des Gartens überlassen, damit ich auch etwas anpflanzen kann. Ich war viel zu ungeduldig: schon nach wenigen Wochen habe ich die Möhren aus der Erde gezogen um zu schauen, wie groß sie schon sind. Wirklich groß waren sie nicht, dafür zuckersüß.
Mein Gartenprojekt damals geriet schnell in Vergessenheit - als ich alle kleinen Möhren gegessen hatte, war es mir irgendwann zu langweilig.
Inzwischen hat meine Oma Alzheimer und kann sich nicht mehr um den Garten kümmern und mein Opa ist körperlich nicht mehr dazu in der Lage. Ich hatte mit Anki in Gartenbüchern gestöbert und dachte: wie cool wäre es, einen Garten zu haben? Ich habe also meinen Opa gefragt, ob ich bei ihm nicht einfach etwas buddeln darf. „Ja, klar. Mach was du willst“, war seine Antwort. „Mach was du willst“ ist bei Großeltern immer mit Vorsicht zu genießen. Wir haben nämlich verschiedene Ansichten darüber, wie ein Garten aussehen soll. Als er eine von seinen Pflegerinnen gebeten hat Rasen zu mähen - und die mein kleines Minzfeld abgesägt hat - gab es Ärger. Seitdem darf ich wirklich machen, was ich möchte. Für mich muss ein Garten ein wenig wild sein. Das Gras höher, damit dazwischen auch ein paar Blumen wachsen.
Im ersten Jahr baute ich an: Spitzkohl, Kohlrabi, Erdbeeren, Salat, Kräuter, Zucchini, Auberginen, Radischen und Möhren an. Ich bin die Zucchini-Göttin, aber für Möhren bin ich immer noch zu ungeduldig. Jeden zweiten Tag war ich im Garten. Es musste gegossen, umgegraben und geerntet werden.
Letztes Jahr war ich zu Beginn der Gartensession hoch schwanger. Da gab es dann nur ein paar Blumen, die ich gepflanzt habe und ein paar Erdbeerpflanzen. Und Rasenmähen. Mein Beet lag brach, wir haben es hin- und wieder mal umgegraben, damit es nicht zuwuchert. Aber jetzt habe ich die Saattütchen schon wieder in der Schublade. Ich freue mich darauf, Pflänzchen in Eierkartons auf der Fensterbank vorzuziehen, sie umzutopfen und dann im Garten auszuwildern. Ich liebe es, Dingen beim Wachsen zu zusehen. Die kleinen Pflänzchen sind meine Babys. Dieses Jahr will ich den Garten noch Bienen und Hummel freundlicher gestalten. Die Tiere sollen in unserem Garten nicht nur Nahrung finden, sondern auch einen Rückzugsort haben.
Und es gibt nichts Schöneres, als auf einen Garten zu schauen und zu wissen, dass es das eigene Werk ist.
Ich werde mich wieder an Möhren versuchen. Ich kann sie ja dann zusammen mit meinem Söhnchen aus der Erde ziehen, wenn sie noch nicht groß, aber zuckersüß sind.





Bei Anki im Grünen

Seit ich mich erinnere, besaßen meine Eltern einen Kleingarten. Er war an sich wenig spektakulär, lag zwischen den Bahngleisen und einer Straße. Und trotzdem ... Dies war ein Stück Kleinod, in den wir flüchten konnten, hinaus aus dem Troubel der Stadt. Natürlich hatte ich als heranwachsendes Kind und Teenager nicht immer Lust. "Och, schon wieder in den Garten?" Doch die meiste Zeit habe ich es genossen. Als Kind habe ich viel gespielt und im Dreck gewühlt. Je älter ich wurde, desto wichtiger wurden meine Aufgaben: Wer sonst hätte den Teich bereitwillig von all den Algen befreit? Oder wer war die Leichteste und musste auf das Laubendach klettern? Das war dann wohl ich! ;)
Zudem gab es nichts Schöneres mit einem Glas Cola, einem guten Buch oder entspannende Musik im Ohr auf der Wiese zu liegen und die Sonne zu genießen? Für die großen Kinder gab es sogar eine Tischtennisplatte (die uns allen eigentlich zu niedrig war), einen Grill und ein Planschbecken.
Ich weiß gar nicht, wie lange wir den Garten letztlich hatten... Ich war noch in der Grundschule, da hatten wir den schon. Das werden wohl gute zehn Jahre gewesen sein. Und gäbe es die gesundheitlichen Gründe nicht ... wer weiß ... vielleicht hätten meine Eltern den Garten auch heute noch?

Damals war mir die Bedeutung eines Gartens noch nicht so bewusst wie heute? In all den Jahren habe ich mich verändert und nehme mein Leben bewusster wahr. Lange Zeit habe ich mich gar nicht mit diesen Dingen beschäftigt, bis ich bei einem Unipraktium auf eine junge Frau traf, die dort ebenfalls ein Praktikum absolvierte. Wir hatten viel Zeit über unsere Leben zu plaudern. Irgendwann kamen wir auf die Themen "selber Brot backen" und "Balkongärtnern". In meinen Wohnungen hatte ich bisher immer einen Balkon und irgendwie wollte ich etwas daraus machen. Gesagt, getan. Ich erschuf mir mein eigenes kleines grünes Reich. Seitdem ist meine Buchsammlung nicht nur um einige Gartenbücher reicher geworden, sondern auch mein Erfahrungsschatz. Ich habe viel Freude daran die Pflanzen wachsen zu sehen und den Prozess fotografisch festzuhalten. Und meine Eltern freut es jedes Mal, wenn ich neue Fotos via Whats App schicke.




Und nun wohne ich mit meinem Verlobten in einer hübschen Wohnung MIT Balkon und schaue tagtäglich auf eine Kleingartenanlage. Vor allem im Sommer gerät man dann schon ins schwärmen und träumt von einem eigenen Garten. Einen Garten zum Entspannen, zum Kräuter und Gemüse anbauen und für lustige Grillabende mit Freunden. Es juckte mir schon lange in den Fingern, denn aus meiner Familie kenne ich es nicht anders. Alle haben bzw. hatten einen Garten: meine Eltern, mein Onkel, meine Oma und meine Schwiegereltern. Wahrscheinlich liegt es mir im Blut. Heute frage ich mich manchmal, warum ich beruflich nicht in diese Richtung gegangen bin?
Idealer kann es eigentlich gar nicht sein. Wir könnten zu Fuß in den Garten, einfach so, ohne ewig weit fahren zu müssen. Ohne einen ewigen inneren Kampf mit dem Schweinehund. Ein eigenes kleines Stück Land, in dem wir uns selbst etwas verwirklichen können. Für mich bedeutet es in erster Linie Entspannung und Unabhängikeit. Natürlich ist das Bewirtschaften eines Garten ein ganzes Stück Arbeit, aber dafür kann man dann die Früchte jener Arbeit ernten. Für einen reinen Selbstversorgergarten sind weder die Gegebenheiten ideal, noch unsere Essgewohnheiten. Wir mögen bzw. vertragen nicht jedes Gemüse, in so einem Schrebergarten gibt es viel zu wenig Platz dafür und zudem sind wir beide berufstätig.
Nichtsdestotrotz wollen wir uns an das Projekt Kleingarten heranwagen. Man tut sich schlißelich nicht nur selbst etwas Gutes, sondern auch seiner Umwelt. Nicht nur ich will einen Ort der Ruhe finden können, sondern auch Vielerlei Vögel, Insekten und sonstige Kleinlebewesen.



Und heute...


... war der große Tag. Wir haben uns in der Gartenanlage vor unserem Haus einen Garten angeschaut. Wir haben viele hübsche Kleingärten gesehen, aber auch erkennen müssen, was mit Gärten passiert die über Jahre brach liegen. In dem einen war die Laube schwarz vor Schimmel, in dem anderen haben wir in der Laube Dornröschen vermutet - so dicht rankten die Dornenbüsche in den Weg. Es war kein Durchkommen. Aber dann! Einen Garten gab es noch. Dieser wurde letztes Jahr abgegeben, hat ein relativ neues - und dichtes!!!! Dach - und eine große Laube. Mein Verlobter und ich haben uns angesehen udn es war beschlossen. Besser könnten wir es nicht haben: auf der einen Seite unserer Wohnung und auf der anderen Seite Kaufland. Dem Grillen steht nichts mehr im Wege.
Auf dem ersten Blick ist es ein schöner geräumiger Garten. Vielerlei Obstbäume können wir nun unser Pachteigen nennen (Apflen, Aprikose und Kirsche - glauben wir). Zudem gibt es die gute Bördeerde zum anbauen. Etwas mehr Rasen könnte der Garten vertragen: einen Wildwiese, damit die Bienen etwas zum Naschen haben. Ein Teich muss auch her, damit auch Frösche ein Zuhause finden. Ich freue mich schon auf die Planung und das Ausgestalten des Gartens. Wenn alles ausgemessen  und eine Bestandsaufnahme gemacht worden ist, kann es losgehen. Und das Wichtigste Überhaupt: selbst mein Papa mit seinem Rollstuhl kann relativ bequem in unser neues Reich rollen. Das wird schon toll!



Wie es mit meinem neuen Garten weiter geht und wie es bei Julia im Grünen ausschaut, erfahrt ihr in den nächsten Beiträgen.
Also schaut immer mal wieder rein!

Eure Julia und Anki

Sonntag, 25. Februar 2018

Einmal gutfühlen bitte!

Quelle: pixabay

Heute geht es wieder einmal darum sich etwas um sich selbst zu kümmern, achtsamer zu werden und seinen eigenen Körper ein wenig zu beobachten - Kurz gesagt: einfach mal für wenige Stunden nur bei sich sein. Und dafür eignet sich die Meditation, egal in welcher Art, besonders gut. Gestern konnte ich mich auf eine besondere Reise begeben und das obwohl ich auf die Veranstaltung eher durch Zufall aufmerksam geworden bin.
Ein regionales Physiotherapiezentrum veranstaltete ein Meditationsworkshop mit dem Ziel, solche Themen den Menschen nahezubringen und regelmäßige Meditationen zu veranstalten. Gute Idee, denn der Trend geht definitiv in eine natürlichere und achtsamere Lebensweise. In der heutigen schnellen Zeit, kann man sich nie genügend Zeit für einen selbst nehmen.
Ich interessiere mich für solche Methoden und habe schon selbst mit CD oder App meditiert. (Letztes Jahr habe ich darüber berichtet) Mich interessierte der Unterschied zwischen der Meditaton alleine und in der Gruppe mit einem geschulten Leiter. Und ja, es gibt einen Unterschied. Zuhause hat man immer Dinge, die einen ablenken. Viele haben zudem nicht den Luxus sich einen eigenen Yoga- oder Meditationsraum einzurichten, in den man sich zurückziehen könnte. Das spricht für einen Workshop. Man trifft Gleichgesinnte und befindet sich im Idealfall in einem kleinen intimen Raum. Dieser war außerdem auch noch schön zurecht gemacht: Kerzen, Blumengestecke, Tücher, Ätherische Öle, Yogamatten, Decken, Tee und Nüsse gab es zur Stärkung. Von draußen schien die Sonne in den Raum. Wundervoll! Wir hatten nur uns, etwas zu trinken und eventell Taschentücher bei uns. Alle anderen weltlichen Dinge, haben wir im Nachbarraum abgelegt und tatsächlich war die Stimmung im Raum sehr ruhig und besonnen. Jedes Geräusch erschien besonders laut.

Zur Beruhigung gab es ein paar Tropfen Lavendelöl auf die Handfläche. Ich bin ein Fan von Lavendel, der neben seiner beruhigenden Wirkung auch den Geist öffnen soll. Wir waren keine große Gruppe - ungefähr acht Mann. Und ich bin der Meinung, dass diese Gruppenstärke völlig ausreichend ist. Zum einen ist so eine Meditation etwas Intimes und wirkt für mich in kleinen Räumlichkeiten mehr, als wenn man sich in einer großen Halle mit zwanzig anderen Leuten befindet. Das würde mich sogar ein wenig unruhig machen. Beim Sport ist das etwas anderes. Dort geht es darum überschüssige Energie abzubauen. Bei der Meditation geht es (zumindest für mich) darum, seine inneren Energien in Ordnung zu bringen - ums Loslassen. Und ums Loslassen und Lockerwerden ging es auch in der ersten Meditationsmethode.

Quelle: Bảo-Quân Nguyễn und Andressa Voltolini von usplash

Kundalini-Meditation


Die Kundalini-Meditation ist eine aktive Meditation. Charakteristisch sind schüttelnde Bewegungen zu Beginn. Sie zählt wie u.a. die Dynamische Meditation zu den aktiven Meditationstechniken, in denen körperliche Aktivität eine zentrale Rolle spielt. Die starke Ausrichtung auf Bewegung soll körperliche und emotionale Spannungen abbauen. Das Ziel ist es, von Aktion - also körperlicher Bewegung - zur inneren Ruhe und zur Stille zu gelangen.
Die Kundalini-Meditation besteht aus vier Phasen zu je 15 Minuten, also insgesamt 1 Stunde. Sie wird oft am späten Nachmittag zum Ausklang des Tages gemacht. Die einzelnen Phasen sind: Schütteln, Tanzen, Meditation und Stille. Hierbei soll es zuerst zu erhöhter Durchblutung und Herzfrequenz, dann zu niedrigerem Blutdruck, niedrigerer Herzfrequenz, Muskelentspannung, sowie gesteigerter Aufmerksamkeit führen.
Diese Art der Meditation wirkt wie eine Energiedusche – auf sanfte Weise lässt sich der intensive Arbeitstag mit den vielen Eindrücken abschütteln. Sie entspannt auch tiefere Ebenen im Körper: Innere Verfestigungen – körperlicher und psychischer Art – werden aufgerüttelt und es kommt zu innerer Harmonie: ein Glücksgefühl, tiefe Entspannung und Freude.

Dies kann ich durchaus bestätigen. Ich habe mich danach wirklich gut gefühlt. Das Schütteln und Tanzen wirkt wie ein Workout, hat aber zusätzlich einen entspannenden und meditativen Teil. Man denkt vielleicht, dass man ein bisschen Hemmungen hat, sich auf diese Weie vor anderen Menschen zu bewegen (und ja, eigentlich bin auch ich ein Typ dafür), aber dem war gar nicht so. Man folgt ganz automatisch den Anweisungen der Leiterin. Und irgendwann ist man ganz automatisch drin. Der Körper bewegt sich wie von selbst zur Musik, die ganz gediegen in den tanzenden Teil übergeht. Diese Rhythmen und Klänge waren mir aus der keltischen und mittelalterlichen Musik etwas vertraut, somit fiel es mir auch nicht schwer mich dazu zu bewegen. Glaubt mir: Es ist völlig egal, wie ihr dazu tanzt. Ihr macht das einfach nach Gefühl, was euch im Augenblick gut tut. Ihr kommt definitiv ins Schwitzen. Als ich anschließend auf dem Boden lag und dem nachspürte, fühlte ich mich schon richtig leicht. Das war ein wunderbares Gefühl. Und wenn ich daran denke, sowas bei Sonnenschein auf einer Frühlingswiese zu machen, geht mir gleich das Herz auf. Das hat sicher nochmal eine andere Wirkung. Ich will es auf jeden Fall mal ausprobieren.

Quelle: pixabay

Kümmere dich um dich selbst!

Nach einer kurzen Pause, in der wir frische Luft tankten und Kräutertee genossen, ging es mit Meditationstechniken weiter, die einen mit sich selbst ins Reine bringen sollten. Bei der Friedensmeditation geht es darum mit euch selbst oder einer Person in eurem Umfeld Frieden zu schließen, schlechte Gefühle loszulassen und sie gehen zu lassen. Diese Meditation verwendet Mantras, um das Bewusstsein in die richtige Richtung zu lenken, wie zum Beispiel "Friede ist in mir" oder in der folgenden Meditation "Das bin ich nicht. Ich bin das nicht, was diese Emotionen mit mir machen." Hier sind Emotionen das Thema, die euch verändern und ihr nichts dafür könnt. Vor allem die Frauen kennen das, wenn sie den weibichen Hormonen ausgeliefert sind und gegen ihre schlechte Stimmung einfach nichts tun können. Es gibt aber noch genügend andere Situationen, die euch euren eigenen Emotionen unterlegen machen. Dann kann es hilfreich sein, seinem Geist dieses Mantra einzuspeichern. "Das bin ich nicht." Jetzt wäre es an der Zeit sich an sein eigenes Ich zu erinnern. Dies bedarf ein wenig Übung, aber verschafft ein gutes Gefühl.

Quelle: pixabay

Die Hara Meditation

Wir lernten auch die Hara Meditation (Hara = jap. Bauch) kennen. Sie führt einfach und systematisch in einen Zustand von Entspannung und Klarheit. Diese traditionelle Technik hat eine ausgleichende Wirkung auf das Nervensystem, dass heißt sie macht munter und entspannt zugleich. Sie unterstützt dabei sich mit sich zu verbinden und führt zu einem gelasseneren Umgang mit Gefühlen und Gedanken. Eine wundervolle Art und Weise, sich wieder zu zentrieren.
Die Hara Meditation kann zu jeder Tageszeit gemacht werden. Hierbei dreht ihr euch gegen den Uhrzeigersinn. Es entsteht ein imaginärer Trichter, eine Spirale, mit der ihr eure Aufmerksamkeit vom Kopf, über das Herz herunter zum Hara, eurer natürlichen Quelle zwei Finger unter dem Bauchnabel führt. Achtet darauf euren Körper zu bewegen, nicht euren Kopf und auf die richtige Atmung. Einatmen, wenn ihr euren Oberkörper nach hinten dreht und ausatmen, wenn ihr nach vorne kommt. Atmet ruhig geräuschvoll aus, um auch alle schelchten Energien und Verspannungen rauszulassen.

Nach der körperlichen Arbeit durften wir uns zum Abschluss ein wenig berieseln lassen und noch einmal richtig entspannen. Ich muss sagen, dass ich mich lange nicht mehr so gut gefühlt habe. Ich fühlte mich leicht, ruhig und entspannt. Am intensivsten war für mich die Kundalini Meditation aufgrund der Bewegung. Man schüttelt allen unnötigen Ballast ab - und das spürbar. Ich werde auf jeden Fall wieder mitmachen.
Mir ist natürlich auch bewusst, dass dies nicht für jeden etwas ist. Nicht jeder ist dafür empfänglich oder kann sich darauf einlassen. Doch wer vielleicht schon Yoga praktiziert und noch einen Schritt weiter in Richtung Entspannung gehen möchte, sollte so einen Workshop einmal ausprobieren.
Man kann nur an Erfahrungen reicher werden.

Eure Anke

Sonntag, 4. Februar 2018

Auf der Suche nach dem Licht - Lichtmess/Imbolg




Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.

Es hat zwar nicht gestürmt, aber es hat in der Nacht vom 03. zum 04. Februar geschneit. Auch der riesige und strahlende Vollmond Ende Januar, kündete von Licht und gutem Wetter. Also erhoffe ich mir schon bald den Frühling.

Heute ist der Sonntag nach dem 02. Februar, dem eigentlichen Lichtmesstag. Es ist der perfekte Tag für dieses Fest. Es ist kalt, die Sonne strahlt, der Schnee glitzert und knirscht unter meinen Füßen. Durch den Schnee scheint die ganze Atmosphäre zu strahlen.
Auch wenn Mariä Lichtmess (oder einfach nur Lichtmess) heute eher ein Nebenfest des Christentums ist, so war der 02. Februar in den bäuerlichen Gegenden ein besonderer Tag. Die Bediensteten feierten das Ende des Arbeitsjahres bei ihren Herren und wechselten oft in ein neues Arbeitsverhältnis. Die Bauern nahmen am folgenden Tag, nach der Winterpause, ihre Arbeit wieder auf.
Lichtmess gilt auch als letzter Tag des Weihnachtsfestes: Die Weihnachtskrippen wurden abgebaut, der Christbaumschmuck endgültig abgenommen und verpackt oder der Tannebaum verfeuert. Im Rahmen feierlichen Lichterprozessionen wurden weiße Gebetskerzen, schwarze Wetterkerzen und Kräuter geweiht.

Lichtmess ist zwar ein christliches Fest, ...

... aber es ist keine christliche Erfindung. Wie viele andere wichtige Jahresfeste hat auch dieses Fest eine Entsprechung in vorchristlicher Zeit. Schon im alten Rom gab es am 14. Februar ein großes Reinigungs- und Sühnefest, welches angeblich vom Romulus, dem Begründer der Stadt, selbst eingeführt wurde. Auch hier wurden Kerzen geweiht und es gab Lichterprozessionen. Das Christentum interpretierte das Fest "als Taufe Jesu" neu.
Aber warum am 14. Februar? Lichtmess ist doch am 02. Fabruar?



Zunächst wurde Lichtmess am 14. Februar gefeiert - und zwar von den Kelten. Diese feierten allerdings das Fest Imbolg: Ein Fest zu Ehren der keltischen Muttergöttin Brigid. Für mich persönlich eigentlich das interessantere Fest.
Für die Kelten ist Imbolg das Lichterfest der Hoffnung und war einst das Fest der Herden und der Fruchtbarkeit. Es liegt ziemlich genau zwischen Wintersonnenwende und Frühjahrs-Tagundnachtgleiche.
Es wurde die Göttin Brigid geehrt. Ihr zu Ehren gaben die Kelten ihr ein irisches Heiligtum: Ein heiliges Feuer in Kildare. Brigid steht für Licht und Feuer. Sie ist die Behüterin der Dichter und Sänger, Göttin der Heiler und Patronin der Druiden. Als „große Mutter“ schützt sie die Famlie, das Haus, das Vieh und die Ernte. Sie ist die Göttin der Flüsse und Bäche und jedes Jahr am 01. Februar erweckte sie die erstarrte Erde zu neuem Leben.
Und dies ist natürlich Anlass für die Menschen zu feiern. Alle Lampen und Kerzen werden in dieser Zeit im Haus entzündet, es werden Freudenfeuer abgebrannt und Kräuter gesegnet. Ein Erwachen der Hoffnung ist deutlich spürbar: Die Dunkelheit ist überwunden, das Licht gewinnt an Kraft. Es herrscht eine Aufbruchstimmung in der Natur und wird auch dein Herz mit neuer Zuversicht und Lebenskraft nähren. An einem wahrlich schönen Wintertag wie dem heutigen Sonntag, strahlt mein eigenes Gemüt, ganz wie die Sonne am blauem Winterhimmel. 



Mein Imbolg - ein Tag voller Licht und Kultur

Vor ein paar Wochen besuchten mein Freund und ich das unweit von Schönebeck befindliche Ringheiligtum von Pömmelte. Eher durch Zufall erfuhren wir, dass in diesem Jahr dort Lichtmess gefeiert wurde. Diese Kreisgrabenanlage ist ein ritueller Ort, der auf das Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. datiert wird. Also ein perfekter Ort für ein Jahreskreisfest und eine gute Möglichkeit ein Stück reginaler Kultur den Menschen ins Bewusstsein zu rufen. Beim ersten Besuch waren mein Freund und ich ganz alleine da, es wirkte trotz Sonne und starkem Wind wie ausgestorben. Doch heute, am 04. Februar, war Leben auf den weiten Feldern. Es waren viele Menschen da, die sich für diesen Ort und dessen Geschichte interessierten, die sich alle gemeinsam am wunderbar sonnigen Tag erfreuten und etwas über das Lichterfest erfahren wollten. Und ich hoffe, dass diese Aufmerksamkeit der noch recht jungen Station der archäologischen Tourismusroute "Himmelswege", zu der auch die Arche Nebra gehört, gut tut.




Das "deutsche Stonehenge"...

... hat einen Durchmesser von etwa 115 m. Der Kreisgraben, bei dem es sich um einen Kultplatz vom Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. handelt, weist einen Durchmesser von etwa 80 m auf. Ausgrabungen in Sachsen-Anhalt zeigen, dass die Menschen bereits seit Jahrtausenden den Himmel beobachten und deuten. Ähnlich wie für die Himmelsscheibe von Nebra und Goseck ist auch für Pömmelte-Zackmünde eine astronomische Komponente belegt. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf zwei der Zugänge im Osten und Westen. In diesen kann zu den überlieferten Jahresfesten der Sonnenauf- und -untergang beobachtet werden. Derartige Anlagen belegen Kulturpraktiken und Glaubensvorstellungen am Ende der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit - hauptsächlich der Glockenbecherkultur (2500–2200 v. Chr.) und der Aunjetitzer Kultur (2200–1600 v. Chr.) der frühen Bronzezeit.

Am Tor blicken weiße Holzschädel auf den Besucher herab. Ob die Geister unsere Ahnen uns über solche Kunst bebachten konnten? In die leuchtend rote Pfähle wurden unter anderem Symbole für Äxte geschnitzt. Man findet geheimnisvolle Gräben und Symbole für Himmelskörper. Auf einer Reihe von großen hölzernen Tafeln zeichnen sich mystische Zeichen ab. Offenbar haben unsere Vorfahren ihre religiösen Bräuche an den Geschehnissen in der Natur ausgerichtet. 




Es ist also nicht abwegig...


... diese alten Feste in die moderne Zeit zu transferieren. Gerade dies ist wichtig, um sich seiner Herkunft und seiner Kultur bewusst zu werden. Daher gab es es zur Einleitung des Lichtmessvormittages den obligatrischen Vortrag zur Geschichte des Heiligtums, der Herkunft des Festes und der Ursprünge von Imbolg. In einer Winterwunderwelt auf archäologisch wertvollen Grund und unter einer strahlenden Wintersonne tauchten wir in die kulturelle Welt unserer Ahnen ein.
Ein großes Feuer gab es nicht. Dafür sorgte eine Feuersshow mit stimmungsvoller Musik für die nötige Mystik. Sie brachte nicht nur zusätzliches Licht, sondern auch Wärme zu den Menschen.
In mir löste es eine große Freude und Zufriedenheit aus. Auch wenn die Sonne mich blendete, so genoss ich die warmen Sonnenstrahlen und konnte die Zuversicht meiner Vorfahren wahrlich nachempfinden. Es ist die Magie des Moments, die einem regelrecht mit sich fortzieht. Dieses neugefundene Licht, trat nun den Kampf gegen die winterliche Kälte an. Die Tage wurden länger und neues Leben kam in Haus und Garten und auf die Felder. Man muss sich einfach mal Vorstellen, was die Aussicht auf den Frühling in den Bauern ausgelöst hatte: Schließlich fieberten sie dem Ende des Winters, um nedlich wieder neues Saatgut für ihr Überleben ausäen zu können.
 Probleme, denen wir uns in Zeiten von Supermärkten und Onlineversand nicht mehr wirklich bewusst sind. Auf der Suche nach dem Licht und neuwerweckten Leben, begibt man sich nicht nur auf den Weg von Naturzyklen, sondern auch auf eine Reise zu sich selbst.



In diesem Sinne:
Is fheàrr teine beag a gharas na teine mòr a loisgeas.
(Das kleine Feuer, das dich wärmt, ist besser als das grosse Feuer, das brennt. - Gälisches Sprichwort.)

Eure Anke

Sonntag, 7. Januar 2018

Aus der Glut ein Feuer machen - Gedanken zum Jahreswechsel





00:45 das Jahr ist noch jung.


Anki hat mir ihren Blogbeitrag für den 01.01.2018 geschickt, den ich aufmerksam gelesen habe. Sie will mehr Ursprünglichkeit in ihr Leben bringen.

Ursprünglichkeit
, da sind sie und ich uns einig, ist ein sehr schönes Wort.
Im Mai habe ich meinen Sohn zur Welt gebracht, vorher wuchs er in meinem Bauch. Die Menschen bekommen schon immer Kinder - ein Wunder ist es dennoch. Der Ursprung neuen Lebens zu werden kann jedoch auch erschütternd sein. In meinem Fall lief es nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Damit musste ich lernen umzugehen.
2017 war für mich ein Jahr in der Schwebe. Ich musste mein Leben als Mama erst einmal kennenlernen, genauso wie mein Mann das Papasein verkraften musste. Dann mussten wir wieder wirklich zusammenfinden.
Wie viel Chaos in meinem Kopf war (und noch ist) sieht man auch meiner Wohnung an. Ich habe (bis auf mein Baby) alles fallen gelassen. Ich habe mich weder um meinen Garten, noch meine Freunde, noch meine Familie wirklich gekümmert. Ich habe einfach nicht mehr funktioniert, fühlte mich oft taub und mir war alles zu viel. Jetzt stecke ich den Kopf wieder aus dem Schneckenhaus heraus. Ich habe gemerkt: die Welt dreht sich weiter. Die Menschen, bei denen ich mich ewig nicht gemeldet haben, obwohl ich sie gern mag, haben mir trotzdem ein Frohes Neues gewünscht.
2017 war ein Jahr in dem ich vieles über mich selbst lernen durfte. Vieles an mir macht mich stolz, manches an mir möchte ich ändern. Nach einem Jahr im Kokon möchte ich mich in 2018 entfalten.

Seit einer Woche gehe ich wieder arbeiten. Ich teile mir mit meinem Mann die Elternzeit. Dass ich einmal danach dürsten würde, wieder hinter der Theke zu stehen, hätte ich nicht gedacht. Ich bin jetzt dankbar dafür, wieder arbeiten zu dürfen - und zu können. Ich merke, dass ich den Umgang mit Gästen sehr vermisst habe. Und dieses Gefühl möchte ich behalten.
Ich möchte endlich eine Schreibroutine entwickeln. Denn so gern ich kellnere - mein Traum ist es, als Autorin meine Mettbrötchen zu verdienen. Ein Brötchen habe ich dafür schon im Dezember aus dem Ofen geholt: Für die österreichischen Musiker "Pecoraro und Pecoraro" habe ich eine Weihnachtsgeschichte für ihr Weihnachtsprogramm geschrieben. Und wurde dafür bezahlt.



Entfalten bedeutet für mich auch wieder Kontakt mit den Menschen um mich herum aufzunehmen. Ich möchte wieder mehr Zeit mit meinem Opa verbringen. Dies lässt sich wunderbar damit verknüpfen, endlich wieder in seinem Garten zu buddeln, den ich dieses Jahr völlig vernachlässigt habe. Anki hat mir dafür ebenfalls ein Gartenbuch gebastelt. Ich freue mich schon sehr auf den regen Austausch mit ihr.
In diesem Garten werden wir in diesem neuen Jahr auch wieder mehr mit der Familie beisammen sitzen. Mal wieder Rommé spielen, was wir früher fast jeden Sonntag gemacht haben. Ich werde mich auch wieder heraus trauen. Mehr Zeit außerhalb der vier Wände verbringen.

Ich mache inzwischen schon wieder Yoga, was mir sehr gut tut und möchte mich allgemein wieder mehr bewegen. Mein Rad habe ich im Dezember reparieren lassen und wenn es wärmer wird, möchte ich es mehr nutzen. Dann ist Liam auch alt genug, um in einem Kindersitz oder einem Anhänger mit zu fahren. Da wir seit dem Sommer kein Auto mehr besitzen lassen sich so dann auch mal Fahrten in die umliegenden Städtchen bestreiten und wir müssen uns nicht immer den Wagen meiner Eltern leihen.
Eigentlich habe ich regelmäßig Reisefieber - das möchte ich wieder entfachen. Außerdem will ich mir einfach bewusster machen, welche Werte mir wichtig sind und ihnen folgen.
Ich möchte weniger Müll verursachen. In der Tonne und in meinem Kopf.
Sicherlich werde ich immer mal wieder schwanken und Rückschläge haben - aber auch damit will ich lernen zurecht zu kommen.

Entfalten, loslegen - gleichzeitig dabei ruhig und gelassen bleiben. Das Gefühl zu haben, dass ich mein Leben selbst steuere und es nicht an mir vorbei rauschen lasse. Das wünsche ich mir für 2018.

Eure Julia

Montag, 1. Januar 2018

Neues Jahr - neues Glück oder auf dem Weg zur Ursprünglichkeit




Nun ist das alte Jahr schon wieder um und ich musste mit Erschrecken feststellen, dass ich meinen Blog ganz schön vernachlässigt habe. Aber es gibt nun einmal Dinge, die wichtiger sind: Meine Masterarbeit zum Beispiel. Diese habe ich mit einem 'sehr gut' abgeschlossen. Dann bin ich mit meinem Verlobten in unsere erste gemeinsame Wohnung in Schönebeck/Bad Salzelmen gezogen. Studium fertig - heißt Job suchen. Das ist nicht so einfach, denn von irgendwoher muss das Geld ja schließlich kommen. Auf das mickrige Hartz IV verzichtete ich demnach freiwillig und suchte erstmal abseits meiner Ausbildung einen Job. Gesagt getan.

Doch nun frage ich mich, 

ob ich nicht vielleicht doch nach dem Studium eine Pause hätte einlegen sollen, denn je mehr der Herbst voranschritt, desto mehr machte mir mein Körper deutlich, dass er eigentlich nicht mehr konnte. Acht Stunden Computerarbeit waren anstrengender als gedacht. Während ich meine Masterarbeit schrieb, war ich immer wieder unterwegs, vor allem um zu dem Ort zu fahren, über den ich meine Masterarbeit schrieb. Ich konnte mir die Schreibzeiten einteilen wie ich wollte. Nun ist das nicht mehr so. Ich habe also fünf Jahre Studium durchgepauert, bin umgezogen, plane meine Hochzeit und arbeite wieder. Und das gefiel meinem Körper und Geist so gar nicht. Vielleicht liegt es auch an der langen Dunkelheit - ich weiß es nicht. Ich glaube vor allem meine Psyche ist da sehr rigoros, wenn es darum geht sich in Unmut und Grübeleien zu verfangen. Nicht gut.
Aber mein Körper zeigte mir klipp und klar, was er wollte: Ruhe, Entspannung und Bewegung. Und das gilt es nun im neuen Jahr umzusetzen. Zeit für mich, neue Projekte, die mich von meiner Couch führen und neue Antriebe am Ende des Winters finden. (Wer mag denn schon lange kalte und hässliche Wintertage?) Meine freien Tage habe ich also damit verbracht, für mich herauszufinden, was ich im neuem Jahr alles Gutes für mich tun kann. Daraus kann ich durchaus ein paar gute Vorsätze fürs neue Jahr machen:

  • Rückenschule habe ich bereits gemacht, nun habe ich mich wieder für Yoga angemeldet. Dennoch brauche ich noch etwas, was mein Körper mehr auslastet. Nordic Walking erschien mir da als angemessese Alternative und weniger strapazierende Sportart als Joggen. Ich fühle mich nicht wirklich fitt und das könnte wieder ein sanfter Einstieg in den regelmäßigen Sport sein.
  • Zudem will ich durch Verhaltenstherapie wieder Zugang zu mir und meinem Körper finden - lernen, wie ich mit Stress und Umschwüngen umgehen kann. Ich bin von Natur aus ein zartbesaiteter Mensch und muss endlich lernen, damit zurechtzukommen. Aber das ist denke ich nur die Spitze des Eisberges. Ich hatte die letzten Wochen nun viel Zeit zum nachdenken. Ich bin eigentlich ein sehr lebensfroher Mensch. Aber irgendwas machte mir zu schaffen. Zudem finde ich es wirklich anstrengend frühs auf Arbeit zu fahren - es ist dunkel und Nachmittags heim zu kommen - es wird dunkel. Unsere heutige Gesellschaft hat verlernt sich dem anzupassen. Für unsere Vorfahren war der Winter (wie auch für die Natur) eine Zeit der Ruhe. Die Feldarbeit ruhte, gewerkelt wurde nur noch in den heimischen Stuben. Und was machen wir heute? Wir hetzen von A nach B und versuchen mit der Geschwindigkeit mitzuhalten. Keiner rastet oder hält noch einmal inne. Dabei sollte es doch so einfach sein einen Gang herunterzuschalten?



Solche Gedanken begleiteten mich letztes Jahr Anfang Dezember, als ich mit meinem Verlobten ein Wochenendurlaub im Spielzeugdorf Seiffen im Erzgebirge machte. Ruhte dort im Winter die Arbeit auf dem Hof, versuchte man sich mit Handerkszeugs ein Zubrot zu verdienen. So begannen vor allem auch die Bergarbeiter im Winter mit Schnitzarbeiten, was sich schnell zu einem neuen Wirtschaftszweig entwickelte. Und ich sage euch: Seiffen ist wirklich ein kleines Dorf, sehr ursprünglich. Es hat sich seine Traditionen und Rituale bewahrt.
Da wären wir beim nächsten Thema, was mich beschäftigt. Traditionen und Rituale. In Seiffen gibt es kaum ein Fenster wo nicht ein Räuchermännchen steht, oder die berühmten Figuren von Bergmann und Engel. Es gibt jährliche Bergmannsparaden und geräuchert wurde auch viel. Sogar in unserer reizenden Unterkunft hoch über dem Dorf mitten im Wald. Ich war sofort bei mir und habe mich wohl gefühlt, ja fast sogar entschleunigt. Dort schlugen die Uhren noch in einem anderen Takt, trotz dutzender Reisebusse, die Unmengen an Touristen ausspuckten. Aber will uns gerade das nicht irgendetwas mitteilen? Die Menschen interessieren sich für solche Traditionen, für diese ursprüngliche Atmosphäre.


Da wären wir bei meinem Wort des Jahres 2018: URSPRÜNGLICH.
Aber was meine ich damit? Was will ich damit?
Ich will für mich herausfinden, wie ich im reißenden Fluss dieser Zeit, Ausszeiten finden kann. Kleine Rituale, wie meinen abendlichen Tee trinken, reichen mir offenbar nicht. Es muss doch Dinge geben, die sich mit der modernen Gesellschaft vereinen lassen und mich der Natur und mir selbst wieder etwas näher bringen kann? Wo liegen nun eigentlich unsere Wurzeln? Diese liegen (ob es manchen passt oder nicht) im Heidentum. Dies bedeutet nicht einfach nur an heidnische Götter zu glauben. Es ist vielmehr ein Leben nach dem Rhythmus der Natur. An den heidnischen Jahresfesten wurde dieser Natur gedankt und diese fand in den heidnischen Gottheiten eine Personifizierung. Ich persönlich weiß nicht, ob ich ein Mensch bin, der an Götter glauben kann. Aber ich möchte für mich einige Dinge dieser Gesinnung in mein Leben integrieren. Ich will die Natur beobachten, ein wenig mehr mit und von ihr Leben und diese Feiertage nutzen, um für mich Gründe zu finden, feiern zu können. Damit habe ich bereits im letzten Jahr begonnen.

Da mich die dunkle Jahreszeit so sehr mitgenommen hatte, habe ich am 21. Dezember zur Wintersonnenwende die wieder länger werdenden Tage gefeiert. Ich habe für mich ein Ritual gemacht um das alte Jahr abzuschließen und auf das neue Jahr zuzugehen. (das Ritual findet ihr hier) Ich freute mich auf das neue Jahr und auf die neuen Projekte. Als meine Schwiegereltern und ich an Heilig Abend eines meiner Pflanzenbücher in der Hand hatten, bekam ich plötzlich wieder große Lust auf das Gärtnern und buddeln in der Erde. Daraus hat sich bis heute eines meiner wichtigsten Projekte für dieses Jahr entwickelt.



Im August sind wir nach Schönebeck gezogen und schauen nun tagtäglich auf eine Gartenanlage. Uns gefiel die Idee eines Gartens direkt vor der Haustür. Doch für den kommenden Herbst und Winter hätte es sich nicht mehr gelohnt. Doch nun ist das neue Jahr da, die Email an den Gartenverband abgeschickt und die Gartenbücher herausgekramt. Und warum gerade einen Schrebergarten? Werdet ihr etwa ein wenig spießig? Das hat für mich nichts mit spießig zu tun. Für meinen Verlobten ist es eine tolle Möglichkeit Dinge zu bauen, zu werkeln und selbst etwas zu schaffen. "Pflanzen sind dein Ding!" Das hatte er gesagt.
Okay ... Deal... Er wird bauen und ich anbauen. Perfekt.



Für mich ist es aber mehr, als vielleicht ein paar Kräuter und Gemüse selbst anzupflanzen. Ich glaube, dass gerade diese Art von körperlicher Arbeit in der Natur gut für mich ist.


Ich habe schon früher im Garten meiner Eltern begeistert in der Erde gebuddelt und den Teich von Algen befreit. :)
Ich glaube es ist für mich DIE Ausszeit, die mein Körper und Geist brauchen. Eine 'ursprüngliche Arbeit', die meine Vorfahren schon machen mussten, um zu überleben. Und umso praktischer, dass ich für diese Arbeit nur über die Straße gehen müsste. Es sind sogar Parzellen frei, sagte uns einer der Gartenbesitzer, die bei uns vor dem Haus parkten. Na dann... Ich bin gespannt was der Gartenverband sagt und wie sich das neue Jahr für mich entwickelt.
In diesem Zusammenhang habe ich mir natürlich vorgenommen den Blog zu reaktivieren und (auch wenn es nur für mich ist) diese neuen Projekte und Gedanken festzuhalten.



  • Ich werde euch also mit in den damaligen Garten meiner Eltern entführn und meine Gedanken zu Pro und Contra zu einem Schrebergarten ausführen.
  • Ihr bekommt einen Einblick in das neue Heim für mich und meine Pflanzen.
  • Natürlich werde ich auch wieder viel basteln. (Dieses Jahr habe ich ein Dezembertagebuch geführt. Wenn es fertig ist, kommt hier die Anleitung)
  • Ich plane bereits mein Gartentagebuch und werde euch für mich praktische Kräuter und Gemüse vorstellen.
  • In einem Beitrag werde ich beschrieben, warum mein Freund und ich eine Hochzeit im Mittelalterstil wollen.
  • Vielleicht stelle ich euch auch meine Lieblingsgartenbücher vor.
Mal sehen. Es wird auf jeden Fall bunt in diesem Jahr.

Ich freue mich, wenn ihr mich begleitet.
Eure Anki

Donnerstag, 25. Mai 2017

Projekt Wasserwoche 2017 - gesponsert von Gerolsteiner




Es klingelte an der Tür. DHL? Super! Ich erwartete eigentlich ein Paket mit einem Geburtstagsgeschenk. Allerdings brachte mir der nette Mensch ein anderes Paket, mit dem ich schon gar nicht mehr gerechnet habe. Erst dachte ich, das große schwere Paket wäre für meine Nachbarin, da ich eines für sie annehmen sollte. Ich ärgerte mich schon: Warum bekommt sie ein Paket zur Gerolsteiner Wasserwoche und ich nicht? Das Paket war recht unhandlich, aber sehr schön gestaltet und man bot mir an, es anstatt es in den fünften Stock zu tragen, das Paket gleich in den Keller zu stellen. Ich dachte mir nichts weiter dabei und schloss dem DHL-Menschen den Keller auf. Erst dann sah ich das erste Mal richtig auf das Etikett. Auf dem Wasserpaket stand mein Name drauf. Komisch ... Es ist noch keine Email von Gerolsteiner gekommen. Da war wohl DHL schneller gewesen. Ein Mineralwasservorrat von Gerolsteiner der Sorte Naturell für eine ganze Woche. Cool. Ich hatte noch nie was gewonnen... Aber ....

Quelle Bild rechts: pixabay

Was ist das Projekt Wasserwoche überhaupt?

Das Projekt wurde von Gerolsteiner ins Leben gerufen. Jedes Jahr gibt es eine Woche, in der interessierte Menschen aufgerufen werden eine Woche lang nur Mineralwasser zu trinken, eine paar Dinge in ihrer Lebensweise zu überdenken und sich viel zu bewegen. "7 Tage, 1 Erlebnis" – so lautete das Motto für das Projekt: Wasserwoche.
  • jeden Tag eine Woche lang mindestens 2 L Mineralwasser trinken
  • Kräuter- und Früchtetees sind erlaubt, sowie Säfte und Smoothies, da diese als Nachrungsmittel gelten
  • auf eine ausgewogene Ernährung achten
  • genügend Bewegung
  • innere Balance finden

Das Ziel ist ein genussvoller und gesunder Lifestyle, um somit zu neuer Inspiration und Energie zu finden. Gemeinschaft wird bei Gerolsteiner großgeschrieben, deswegen sollen sich in den sozialen Netzwerken Menschen zusammenfinden, die am Projekt mitmachen, das gleiche Ziel haben und sich gegenseitig motivieren - unabhängig davon, ob sie nun einen Wasservorrat gewonnen haben oder nicht.
Das Projekt Wasserwoche ist ein Projekt für die Gesundheit ohne strenge Regeln und ohne Verzicht. Man solle einfach darauf achten, was und vor allem wie viel man davon isst. Es ist eine Möglichkeit im hektischen Alltag sich eine Auszeit zu nehmen und einen genaueren Blick auf seinen Körper zu werfen. Wie schön ist es doch, sich in seinem eigenen Körper wohl zu fühlen. Denn wie Gerolsteiner es so treffend ausdrückte: "Hand aufs Herz: sobald es stressig wird, vergessen wir als erstes uns selbst." Dem kann ich nur zustimmen. Unsere Zeit ist kostbar und wenn wir unter unzähligen To-Dos begraben werden, bleibt kaum Zeit mal in uns hinein zu lauschen. Was wollen wir? Wie viel Energie habe ich überhaupt noch zur Verfügung? Kann ich mich trotz Stress gut entspannen? Während der Wasserwoche sollte man sich die Zeit nehmen, um über solche Fragen nachzudenken.

Was habe ich mir für die Woche vorgenommen?

1) eine Woche lang auf meine heißgeliebte Cola verzichten
Ja, ich trinke sehr gerne Cola. Ich mag es einfach, keine Ahnung warum. Da ich keinen Kaffee trinke, muss das Koffein ja irgendwo her kommen. ;) Dabei trinke ich keineswegs 2 L Cola am Tag. Ich denke auf 0,5 L Cola kommen mind. 2 L Wasser und Tee. Denn schon vor der Wasserwoche habe ich schon sehr viel Wasser getrunken. Mein Ziel war es also meinen Colakonsum weiter einzuschränken bzw. ganz auf ihn zu verzichten und die Cola vielleicht durch Grünen Tee zu ersetzen.

2. Weniger Süßkram und mehr Offenheit für neue Rezepte
Ich bin eine Süße... Schokolade, ein paar Gummitierchen oder Kekse - irgendetwas davon habe ich immer im Haus. Ganz verzichten wollte ich darauf nicht, aber ich wollte einfach mal schauen, was ich zusätzlich für gesunde Rezepte probieren kann. Mein Ziel war es nicht abzunehmen. Ich wollte einfach herausfinden, was ich tun kann, um ein gewisses Gleichgewicht in meine Ernährung zu bringen.

3. Konsequent mehr Bewegung und Entspannung
Quelle: pixabay

Bewegung habe ich zwar auf Arbeit genug, aber die ist nur bedingt gesund. Gerade das schwere Heben ist nicht gut für den Rücken. Daher brauchte ich eine Bewegung, die das ein wenig ausgleicht. Bei uns in der Uni werden Yoga-Kurse angeboten. Dieses Semester habe ich mich für Rücken- und Vinyasa-Yoga entschieden. Bewegung und Entspannung in einem. Praktisch, nicht wahr? Dazu hatte ich mir schon vor der Wasserwoche eine Meditationsapp zugelegt. Ich bin sehr begeistert und kann 7mind jedem empfehlen, der das mal ausprobieren möchte. Es gibt einen kostenlosen Einsteigerkurs. Eine sehr angenehme Stimme leitet einen durch die verschiedenen Übungen. Dazu kommen Meditationen, die man selber gestalten kann. Weitere Kurse können optional dazu gebucht werden, z.B. zum Thema Gesundheit oder Gelassenheit. Diese App wollte ich nun während der Wasserwoche intensiv nutzen.

Wasserwoche rum - und nun?

Ich hatte mir drei Punkte für die Woche vorgenommen, von denen ich glaubte sie in meiner momentanen Lebenssituation auch durchhalten zu können. Hab ich es geschafft? Jain! Es ist unheimlich schwer bei einem unregelmäßigen Tagesverlauf eine Konstante zu finden, die es mir ermöglicht, all meine Vorhaben auch umzusetzen. Ich habe an drei Tagen die Woche einen Arbeitsbeginn um 7 Uhr. Da bleibt früh kaum Zeit für ein ausgewogenes Frühstück. Wenn ich Pech habe, komme ich dann auch erst Mittags dazu etwas Anständiges zu essen. Wogegen es mir an den arbeitsfreien Tage leichter fiel mir ein schönes Frühstück zu zaubern.
Zudem schreibe ich gerade meine Masterarbeit, d. h. ich verbringe viel Zeit im Sitzen vor dem PC. Ich habe natürlich brav Yoga gemacht. Das brauchte ich dann auch als Ausgleich. Jedoch war mir die Masterarbeit dann bei anderen Sachen wichtiger: wie z. B. beim Essen. Da habe ich dann keine Muse ausgiebig zu kochen und doch lieber zum Keks oder zur Puffreiswaffel gegriffen, als zu Obst und Gemüse. Das sollen alles keine Ausreden sein, jedoch glaube ich einfach, dass es jemanden in einem festen Leben, der angekommen ist und einen geregelten Tagesablauf hat, leichter fällt seine Vorhaben durchzuziehen und in den Tagesrhythmus einzupassen. Es passiert momentan sehr viel in meinem Leben, dass ich sehr viele Kräfte, Nerven und Konzentration darauf verwenden muss und möchte. Ich beende mit der Masterarbeit mein Studium. Ich muss mir also Gedanken um meine Zukunft machen, mich auf Jobsuche begeben und nebenbei gucken, dass das Geld zum Leben reicht. Letzten Mittwoch hatte ich zudem ein Vorstellungsgespräch in einer anderen Stadt. Da ging dann ein ganzer Tag drauf, da ich rund 4 Stunden auf Deutschlands Straßen verbrachte. Ich hatte natürlich immer mein Mineralwasser dabei, aber trotzdem kein guter Ort zum Entspannen oder sich neue Rezepte auszudenken. Ich bin da auch ehrlich und sehr realistisch. Ab einem gewissen Punkt war ich dann frustriert, dass das so für mich nicht funktionierte, dass mein Körper dann einfach nach einer Cola oder nach der Schokolade verlangt hat.



Trotzdem habe ich neue Sachen ausprobiert. Der Favorit von mir und meinen Eltern waren Gemüsenudeln. Erst haben wir Möhren- und Zucchininudeln mit normalen Nudeln gemischt und eine Bolognesesoße dazu gemacht, aber man kann auch gut auf die Getreidenudeln verzichten. :D Gemüsenudeln werde ich jetzt häufiger machen. Vielleicht mal mit einem schönen Pesto...

Was habe ich erreicht?

Contra
  • Ich habe es nicht geschafft eine Woche lang konsequent auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Dazu fehlte mir einfach die Muße
  • Ich habe es nicht geschafft komplett auf Cola zu verzichten
  • Ich habe es nicht geschafft jeden Tag mindestens 10.000 Schritte zu gehen
  • Ich hatte den Fehler gemacht, mir keinen genauen Rezeptplan für die Woche zurechtzulegen. Ich hatte ungefhr im Kopf, was ich essen wollte und habe danach eingekauft. Was dann spontan daraus wurde, entschied ich jeden Tag separat. So blieb leider auch immer etwas liegen.

Pro
  • 2 L Mineralwasser am Tag? Kein Problem für mich, solange es stilles Wasser ist.
  • Yoga als sportliche Aktivität ist richtig gut für mich. Bin ich körperlich angeschlagen oder nicht gut drauf ist das nach dem Yoga immer besser. Ich bin begeistert.
  • Regelmäßige Entspannung durch Meditation ist schön, vor allem auf dem Balkon in der Sonne.
  • Neue Rezepte habe ich auch ausprobiert. Vor allem Gemüsenudeln sind schnell gemacht und gut für eine Person portionierbar.

Na so schlecht sieht das doch garnicht aus. Kommt zu dem Mineralwasser noch der Tee hinzu, den ich getrunken habe, komme ich locker auf 3 L am Tag. Na da darf man sich doch auch mal ein Glas Cola am Wochenende bei den liebsten Eltern gönnen. ;) Ich glaube ich muss auch kein schlechtes Gewissen haben. Ich habe regelmäßig Gemüse und Obst gegessen, mich bewegt und meinem Körper in der Wanne oder durch eine Gesichtsmaske etwas gutes gegönnt.

Was nehme ich mit?

Ich werde definitiv weiter viel Wasser trinken. Das tut gut und gerade wenn es so warm ist, ist das eine Wohltat. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich, je mehr Wasser ich getrunken habe, weniger Heißhunger hatte - im allgemeinen weniger gegessen habe. Ich nehme tolle Rezepte mit, die ich jetzt öfter machen werde. Meinen Verlobten werde ich von den Gemüsespaghetti auch überzeugen. ;) Mit ihm gemeinsam beziehe ich im Juli unsere erste gemeinsame Wohnung. Dann will ich es mit dem Joggen probieren. Wir haben dort nämlich einen Kurpark mit Gradierwerk um die Ecke. Das muss ich irgendwie nutzen. Zudem gibt es da noch ein Solebad - perfekt für die gelegentliche Entspannung.
Ich werde definitiv im nächsten Jahr wieder mitmachen, egal, ob ich einen Vorrat gewinne oder nicht. Wahrscheinlich werde ich schon eher meine eigene Wasserwoche veranstalten. So Gott will habe ich im Herbst dann auch einen festen Job und einen geregelten Tagesablauf. Ich will herausfinden wie leicht (oder wie schwer) es mir dann fällt meine Vorsätze für die Wasserwoche durchzuziehen.




Bis dahin bedanke ich mich bei Gerolsteiner für das tolle Projekt und den Wasservorrat. Ich habe zwar nicht jede meine Vorsätze durchgehalten, aber ich habe viel über mich und mein momentanes Leben gelernt und versucht das Beste daraus zu machen. Das Wasser ist jedenfalls leer. :D Vielen Dank Gerolsteiner!

Das nächste Mal geht es ums Wohnen im Grünen.
Seid gespannt!

Eure Anke

Freitag, 24. März 2017

Es ist ein Kraut gewachsen #02


Sonnenzeit ist Aussaatzeit

Die Sonne erwärmt nun auch das letzte Winterherz. Zwischen Vogelzwitschern, einem lauen Lüftchen und unter blauem Himmel, kann man es nun kaum mehr leugnen. Es ist Frühling. Dies ist die Zeit in der es sämtlichen Hobbygärtnern in den Fingern juckt: Raus an die frische Luft und in der Erde buddeln.
Genau das habe ich heute auch getan: Das wunderbare Wetter hat mich regelrecht auf den Balkon gezerrt. Viele Samen warteten darauf, ausgesät zu werden und mein Hauswurz sehnte sich nach einem größeren Zuhause. Immerhin hat sich die Anzahl der Pflanzen auf zwei verdoppelt. Anscheinend gefällt ihm der Platz am Südfenster über der Heizung.



Das alte Behältnis war wirklich zu eng geworden und ich hoffe, dass ihm das neue Heim gefällt. Das Substrat habe ich möglichst durchlässig gewählt - ein Mix aus Blumenerde, Sand und dem Rest der Aussaaterde. Versuch macht klug. :) Als Verzierung habe ich noch ein paar Steine eingearbeitet. Schaut richtig schön aus. Nun kann er weiter wachsen.


Schon im letzten Jahr habe ich erfolgreich Pflänzchen herangezogen. Also wollte ich es mir dieses Jahr nicht nehmen lassen, mein Glück noch einmal zu versuchen. Ihr braucht nicht viel, um selbst Pflanzen anzuziehen: Aussaattöpfchen, Aussaaterde und natürlich Saatgut sind in jedem Fachhandel zu erwerben.
Allerdings braucht ihr kein Geld für extra Aussaatbehälter ausgeben. So blöd es auch klingt ... schaut einfach mal in eurem Müll. Dort findet ihr alles, was ihr benötigt. Als Aussaatbehälter eignen sich die Verpackungen von Eiern, Plastikbehälter (wie z.B. von Weintrauben o.ä.) oder Zeitungen. Und da ich immer etwas Altpapier daheim habe, wurde dieses sinnvoll umgenutzt. Und ihr könnt noch mehr Upcycling betreiben! Aus alten Jogurtbechern, könnt ihr ganz einfach Schildchen für eure Saat basteln. Einfach in Streifen schneiden und mit einem CD-Marker beschriften. Ordentliches Ausspühlen ist natürlich Vorraussetzung.

Altpapier und Eierkartons haben einen großen Vorteil. Sie können mit den vereinzelten Pflänzchen mit eingepflanzt werden. Ich zeige euch nun, wie ihr Pflanztöpfchen aus Altpapier selbst machen könnt. Und Folgendes benötigt ihr:
  • alte Zeitungen, möglichst unbeschichtet 
  • Bindfaden (ich habe Klebestreifen verwendet, den pflanze ich natürlich nicht mit ein und mache ihn vorher ab) 
  • Schere 
  • Flaschen in der Größe eurer Wahl 
  • Aussaaterde 
  • Saatgut (ich habe mich für folgende entschieden: Fenchel, Kapuzinerkresse, Zuckererbsen, Ringelblumen, Mohn, Kornblumen und Riesen-Mageriten) 
  • Namensschildchen 
  • evtl. Untersetzer, damit beim Gießen und Besprühen auch mal was daneben geben kann (für besseren Halt meiner Töpfchen habe ich einfach Plastebehälter für Pflanztöpfe aus dem Gartencenter verwendet) 
  • Frischhaltefolie



Und so wird's gemacht:
  1. Ihr schneidet euch das Zeitungspapier zurecht. Anschließend wickelt ihr das Papier um die Flasche und bindetet (bzw. klebt) es fest. Am Boden faltet ihr das Papier einfach zusammen und befestigt es wieder. Am Anfang müsst ihr euch wahrscheinlich ein wenig ausprobieren, was für euch funktioniert, aber je öfter ihr ein solches Töpfchen bastelt, desto einfacher gelingt es euch. Da meine Untersetzer zwei unterschiedliche Größen haben, musste ich natürlich auch zwei verschiedene Flaschengrößen wählen. Auch wenn die Pflanzgefäße momentan noch etwas wackelig wirken ... ist erst einmal Erde drin, stehen sie quasi von selbst.
  2. Ihr füllt die Töpfchen mit Aussaaterde. Diese hat, zwecks einer besseren Wurzelbildung, relativ wenig Nährstoffe.
     
  3. Nun kann auch schon euer Saatgut einziehen. Am besten ihr sät es so aus, wie es auf der Verpackung steht, dann könnt ihr nichts falsch machen.
     

  4. Beschriftet eure Töpfchen sofort, denn solange es noch keine Pflänzchen gibt, sehen alle Kinderstuben gleich aus.
  5. Nun wird angegossen. Ich verwende immer eine Sprühflasche, damit meine Samen nicht ertrinken. ;) An einem Platz an der Sonne sollte es euren Jungpflanzen in spe ganz gut gehen. Um für eine konstante Feuchtigkeitszufuhr zu sorgen, könnt ihr eure Töpfchen mit Frischhaltefolie überdecken. So habt ihr ein Minnigewächshaus. Damit Schimmel allerdings keine Chance hat, muss für aussreichend Luftzufuhr gesorgt werden. Entweder ihr lasst einfach einen Spalt offen (ihr müsst ja trotzdem immer mal gießen) oder ihr Lüftet regelmäßig.


Das war's auch schon. Nun könnt ihr das Wachstum eurer Pflänzchen beobachten. Sobald die Jungpflanzen zwei Blätter ausgebildet haben, sollten sie pikiert (vereinzelt) werden, damit jede Pfanze genug Platz hat sich zu entfalten. Sind eure Pflanzenkinder groß und kräftig genug, können sie nach den Eisheiligen an die frische Luft ins Freiland. Ihr könnt euren Pflanzen auch schon vorher etwas Frischluft gönnen. Sie können an warmen und sonnigen Tagen ruhig mit auf den Balkon oder die Terrasse ziehen, um sich an die Temperaturen draußen zu gewöhnen. Aber vergesst sie ja nicht Abends wieder hinein in die warme Stube zu holen!

Es ist wirklich nicht schwer eigene Pflanzen aufzuziehen. Nichts ist schöner, als zu beobachten, dass auch ein paar Wochen später wirklich etwas gewachsen ist. Und wenn dann Zeit für die Ernte ist, dann habt ihr einen ganzen Lebenszyklus einer Pflanze begleitet. Das ist ein wunderbares Gefühl. Probiert es doch einfach mal aus! Macht euer Leben etwas grüner!

Viel Spaß beim Gärtnern!
Eure Anki