Sonntag, 4. Februar 2018

Auf der Suche nach dem Licht - Lichtmess/Imbolg




Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.

Es hat zwar nicht gestürmt, aber es hat in der Nacht vom 03. zum 04. Februar geschneit. Auch der riesige und strahlende Vollmond Ende Januar, kündete von Licht und gutem Wetter. Also erhoffe ich mir schon bald den Frühling.

Heute ist der Sonntag nach dem 02. Februar, dem eigentlichen Lichtmesstag. Es ist der perfekte Tag für dieses Fest. Es ist kalt, die Sonne strahlt, der Schnee glitzert und knirscht unter meinen Füßen. Durch den Schnee scheint die ganze Atmosphäre zu strahlen.
Auch wenn Mariä Lichtmess (oder einfach nur Lichtmess) heute eher ein Nebenfest des Christentums ist, so war der 02. Februar in den bäuerlichen Gegenden ein besonderer Tag. Die Bediensteten feierten das Ende des Arbeitsjahres bei ihren Herren und wechselten oft in ein neues Arbeitsverhältnis. Die Bauern nahmen am folgenden Tag, nach der Winterpause, ihre Arbeit wieder auf.
Lichtmess gilt auch als letzter Tag des Weihnachtsfestes: Die Weihnachtskrippen wurden abgebaut, der Christbaumschmuck endgültig abgenommen und verpackt oder der Tannebaum verfeuert. Im Rahmen feierlichen Lichterprozessionen wurden weiße Gebetskerzen, schwarze Wetterkerzen und Kräuter geweiht.

Lichtmess ist zwar ein christliches Fest, ...

... aber es ist keine christliche Erfindung. Wie viele andere wichtige Jahresfeste hat auch dieses Fest eine Entsprechung in vorchristlicher Zeit. Schon im alten Rom gab es am 14. Februar ein großes Reinigungs- und Sühnefest, welches angeblich vom Romulus, dem Begründer der Stadt, selbst eingeführt wurde. Auch hier wurden Kerzen geweiht und es gab Lichterprozessionen. Das Christentum interpretierte das Fest "als Taufe Jesu" neu.
Aber warum am 14. Februar? Lichtmess ist doch am 02. Fabruar?


Zunächst wurde Lichtmess am 14. Februar gefeiert - und zwar von den Kelten. Diese feierten allerdings das Fest Imbolg: Ein Fest zu Ehren der keltischen Muttergöttin Brigid. Für mich persönlich eigentlich das interessantere Fest.
Für die Kelten ist Imbolg das Lichterfest der Hoffnung und war einst das Fest der Herden und der Fruchtbarkeit. Es liegt ziemlich genau zwischen Wintersonnenwende und Frühjahrs-Tagundnachtgleiche.
Es wurde die Göttin Brigid geehrt. Ihr zu Ehren gaben die Kelten ihr ein irisches Heiligtum: Ein heiliges Feuer in Kildare. Brigid steht für Licht und Feuer. Sie ist die Behüterin der Dichter und Sänger, Göttin der Heiler und Patronin der Druiden. Als „große Mutter“ schützt sie die Famlie, das Haus, das Vieh und die Ernte. Sie ist die Göttin der Flüsse und Bäche und jedes Jahr am 01. Februar erweckte sie die erstarrte Erde zu neuem Leben.
Und dies ist natürlich Anlass für die Menschen zu feiern. Alle Lampen und Kerzen werden in dieser Zeit im Haus entzündet, es werden Freudenfeuer abgebrannt und Kräuter gesegnet. Ein Erwachen der Hoffnung ist deutlich spürbar: Die Dunkelheit ist überwunden, das Licht gewinnt an Kraft. Es herrscht eine Aufbruchstimmung in der Natur und wird auch dein Herz mit neuer Zuversicht und Lebenskraft nähren. An einem wahrlich schönen Wintertag wie dem heutigen Sonntag, strahlt mein eigenes Gemüt, ganz wie die Sonne am blauem Winterhimmel.


Mein Imbolg - ein Tag voller Licht und Kultur

Vor ein paar Wochen besuchten mein Freund und ich das unweit von Schönebeck befindliche Ringheiligtum von Pömmelte. Eher durch Zufall erfuhren wir, dass in diesem Jahr dort Lichtmess gefeiert wurde. Diese Kreisgrabenanlage ist ein ritueller Ort, der auf das Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. datiert wird. Also ein perfekter Ort für ein Jahreskreisfest und eine gute Möglichkeit ein Stück reginaler Kultur den Menschen ins Bewusstsein zu rufen. Beim ersten Besuch waren mein Freund und ich ganz alleine da, es wirkte trotz Sonne und starkem Wind wie ausgestorben. Doch heute, am 04. Februar, war Leben auf den weiten Feldern. Es waren viele Menschen da, die sich für diesen Ort und dessen Geschichte interessierten, die sich alle gemeinsam am wunderbar sonnigen Tag erfreuten und etwas über das Lichterfest erfahren wollten. Und ich hoffe, dass diese Aufmerksamkeit der noch recht jungen Station der archäologischen Tourismusroute "Himmelswege", zu der auch die Arche Nebra gehört, gut tut.




Das "deutsche Stonehenge"...

... hat einen Durchmesser von etwa 115 m. Der Kreisgraben, bei dem es sich um einen Kultplatz vom Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. handelt, weist einen Durchmesser von etwa 80 m auf. Ausgrabungen in Sachsen-Anhalt zeigen, dass die Menschen bereits seit Jahrtausenden den Himmel beobachten und deuten. Ähnlich wie für die Himmelsscheibe von Nebra und Goseck ist auch für Pömmelte-Zackmünde eine astronomische Komponente belegt. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf zwei der Zugänge im Osten und Westen. In diesen kann zu den überlieferten Jahresfesten der Sonnenauf- und -untergang beobachtet werden. Derartige Anlagen belegen Kulturpraktiken und Glaubensvorstellungen am Ende der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit - hauptsächlich der Glockenbecherkultur (2500–2200 v. Chr.) und der Aunjetitzer Kultur (2200–1600 v. Chr.) der frühen Bronzezeit.

Am Tor blicken weiße Holzschädel auf den Besucher herab. Ob die Geister unsere Ahnen uns über solche Kunst bebachten konnten? In die leuchtend rote Pfähle wurden unter anderem Symbole für Äxte geschnitzt. Man findet geheimnisvolle Gräben und Symbole für Himmelskörper. Auf einer Reihe von großen hölzernen Tafeln zeichnen sich mystische Zeichen ab. Offenbar haben unsere Vorfahren ihre religiösen Bräuche an den Geschehnissen in der Natur ausgerichtet.



Es ist also nicht abwegig...


... diese alten Feste in die moderne Zeit zu transferieren. Gerade dies ist wichtig, um sich seiner Herkunft und seiner Kultur bewusst zu werden. Daher gab es es zur Einleitung des Lichtmessvormittages den obligatrischen Vortrag zur Geschichte des Heiligtums, der Herkunft des Festes und der Ursprünge von Imbolg. In einer Winterwunderwelt auf archäologisch wertvollen Grund und unter einer strahlenden Wintersonne tauchten wir in die kulturelle Welt unserer Ahnen ein.
Ein großes Feuer gab es nicht. Dafür sorgte eine Feuersshow mit stimmungsvoller Musik für die nötige Mystik. Sie brachte nicht nur zusätzliches Licht, sondern auch Wärme zu den Menschen.
In mir löste es eine große Freude und Zufriedenheit aus. Auch wenn die Sonne mich blendete, so genoss ich die warmen Sonnenstrahlen und konnte die Zuversicht meiner Vorfahren wahrlich nachempfinden. Es ist die Magie des Moments, die einem regelrecht mit sich fortzieht. Dieses neugefundene Licht, trat nun den Kampf gegen die winterliche Kälte an. Die Tage wurden länger und neues Leben kam in Haus und Garten und auf die Felder. Man muss sich einfach mal Vorstellen, was die Aussicht auf den Frühling in den Bauern ausgelöst hatte: Schließlich fieberten sie dem Ende des Winters, um nedlich wieder neues Saatgut für ihr Überleben ausäen zu können.
 Probleme, denen wir uns in Zeiten von Supermärkten und Onlineversand nicht mehr wirklich bewusst sind. Auf der Suche nach dem Licht und neuwerweckten Leben, begibt man sich nicht nur auf den Weg von Naturzyklen, sondern auch auf eine Reise zu sich selbst.



In diesem Sinne:
Is fheàrr teine beag a gharas na teine mòr a loisgeas.
(Das kleine Feuer, das dich wärmt, ist besser als das grosse Feuer, das brennt. - Gälisches Sprichwort.)

Eure Anke

Sonntag, 7. Januar 2018

Aus der Glut ein Feuer machen - Gedanken zum Jahreswechsel





00:45 das Jahr ist noch jung.


Anki hat mir ihren Blogbeitrag für den 01.01.2018 geschickt, den ich aufmerksam gelesen habe. Sie will mehr Ursprünglichkeit in ihr Leben bringen.

Ursprünglichkeit
, da sind sie und ich uns einig, ist ein sehr schönes Wort.
Im Mai habe ich meinen Sohn zur Welt gebracht, vorher wuchs er in meinem Bauch. Die Menschen bekommen schon immer Kinder - ein Wunder ist es dennoch. Der Ursprung neuen Lebens zu werden kann jedoch auch erschütternd sein. In meinem Fall lief es nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Damit musste ich lernen umzugehen.
2017 war für mich ein Jahr in der Schwebe. Ich musste mein Leben als Mama erst einmal kennenlernen, genauso wie mein Mann das Papasein verkraften musste. Dann mussten wir wieder wirklich zusammenfinden.
Wie viel Chaos in meinem Kopf war (und noch ist) sieht man auch meiner Wohnung an. Ich habe (bis auf mein Baby) alles fallen gelassen. Ich habe mich weder um meinen Garten, noch meine Freunde, noch meine Familie wirklich gekümmert. Ich habe einfach nicht mehr funktioniert, fühlte mich oft taub und mir war alles zu viel. Jetzt stecke ich den Kopf wieder aus dem Schneckenhaus heraus. Ich habe gemerkt: die Welt dreht sich weiter. Die Menschen, bei denen ich mich ewig nicht gemeldet haben, obwohl ich sie gern mag, haben mir trotzdem ein Frohes Neues gewünscht.
2017 war ein Jahr in dem ich vieles über mich selbst lernen durfte. Vieles an mir macht mich stolz, manches an mir möchte ich ändern. Nach einem Jahr im Kokon möchte ich mich in 2018 entfalten.

Seit einer Woche gehe ich wieder arbeiten. Ich teile mir mit meinem Mann die Elternzeit. Dass ich einmal danach dürsten würde, wieder hinter der Theke zu stehen, hätte ich nicht gedacht. Ich bin jetzt dankbar dafür, wieder arbeiten zu dürfen - und zu können. Ich merke, dass ich den Umgang mit Gästen sehr vermisst habe. Und dieses Gefühl möchte ich behalten.
Ich möchte endlich eine Schreibroutine entwickeln. Denn so gern ich kellnere - mein Traum ist es, als Autorin meine Mettbrötchen zu verdienen. Ein Brötchen habe ich dafür schon im Dezember aus dem Ofen geholt: Für die österreichischen Musiker "Pecoraro und Pecoraro" habe ich eine Weihnachtsgeschichte für ihr Weihnachtsprogramm geschrieben. Und wurde dafür bezahlt.



Entfalten bedeutet für mich auch wieder Kontakt mit den Menschen um mich herum aufzunehmen. Ich möchte wieder mehr Zeit mit meinem Opa verbringen. Dies lässt sich wunderbar damit verknüpfen, endlich wieder in seinem Garten zu buddeln, den ich dieses Jahr völlig vernachlässigt habe. Anki hat mir dafür ebenfalls ein Gartenbuch gebastelt. Ich freue mich schon sehr auf den regen Austausch mit ihr.
In diesem Garten werden wir in diesem neuen Jahr auch wieder mehr mit der Familie beisammen sitzen. Mal wieder Rommé spielen, was wir früher fast jeden Sonntag gemacht haben. Ich werde mich auch wieder heraus trauen. Mehr Zeit außerhalb der vier Wände verbringen.

Ich mache inzwischen schon wieder Yoga, was mir sehr gut tut und möchte mich allgemein wieder mehr bewegen. Mein Rad habe ich im Dezember reparieren lassen und wenn es wärmer wird, möchte ich es mehr nutzen. Dann ist Liam auch alt genug, um in einem Kindersitz oder einem Anhänger mit zu fahren. Da wir seit dem Sommer kein Auto mehr besitzen lassen sich so dann auch mal Fahrten in die umliegenden Städtchen bestreiten und wir müssen uns nicht immer den Wagen meiner Eltern leihen.
Eigentlich habe ich regelmäßig Reisefieber - das möchte ich wieder entfachen. Außerdem will ich mir einfach bewusster machen, welche Werte mir wichtig sind und ihnen folgen.
Ich möchte weniger Müll verursachen. In der Tonne und in meinem Kopf.
Sicherlich werde ich immer mal wieder schwanken und Rückschläge haben - aber auch damit will ich lernen zurecht zu kommen.

Entfalten, loslegen - gleichzeitig dabei ruhig und gelassen bleiben. Das Gefühl zu haben, dass ich mein Leben selbst steuere und es nicht an mir vorbei rauschen lasse. Das wünsche ich mir für 2018.

Eure Julia

Montag, 1. Januar 2018

Neues Jahr - neues Glück oder auf dem Weg zur Ursprünglichkeit




Nun ist das alte Jahr schon wieder um und ich musste mit Erschrecken feststellen, dass ich meinen Blog ganz schön vernachlässigt habe. Aber es gibt nun einmal Dinge, die wichtiger sind: Meine Masterarbeit zum Beispiel. Diese habe ich mit einem 'sehr gut' abgeschlossen. Dann bin ich mit meinem Verlobten in unsere erste gemeinsame Wohnung in Schönebeck/Bad Salzelmen gezogen. Studium fertig - heißt Job suchen. Das ist nicht so einfach, denn von irgendwoher muss das Geld ja schließlich kommen. Auf das mickrige Hartz IV verzichtete ich demnach freiwillig und suchte erstmal abseits meiner Ausbildung einen Job. Gesagt getan.

Doch nun frage ich mich, 

ob ich nicht vielleicht doch nach dem Studium eine Pause hätte einlegen sollen, denn je mehr der Herbst voranschritt, desto mehr machte mir mein Körper deutlich, dass er eigentlich nicht mehr konnte. Acht Stunden Computerarbeit waren anstrengender als gedacht. Während ich meine Masterarbeit schrieb, war ich immer wieder unterwegs, vor allem um zu dem Ort zu fahren, über den ich meine Masterarbeit schrieb. Ich konnte mir die Schreibzeiten einteilen wie ich wollte. Nun ist das nicht mehr so. Ich habe also fünf Jahre Studium durchgepauert, bin umgezogen, plane meine Hochzeit und arbeite wieder. Und das gefiel meinem Körper und Geist so gar nicht. Vielleicht liegt es auch an der langen Dunkelheit - ich weiß es nicht. Ich glaube vor allem meine Psyche ist da sehr rigoros, wenn es darum geht sich in Unmut und Grübeleien zu verfangen. Nicht gut.
Aber mein Körper zeigte mir klipp und klar, was er wollte: Ruhe, Entspannung und Bewegung. Und das gilt es nun im neuen Jahr umzusetzen. Zeit für mich, neue Projekte, die mich von meiner Couch führen und neue Antriebe am Ende des Winters finden. (Wer mag denn schon lange kalte und hässliche Wintertage?) Meine freien Tage habe ich also damit verbracht, für mich herauszufinden, was ich im neuem Jahr alles Gutes für mich tun kann. Daraus kann ich durchaus ein paar gute Vorsätze fürs neue Jahr machen:

  • Rückenschule habe ich bereits gemacht, nun habe ich mich wieder für Yoga angemeldet. Dennoch brauche ich noch etwas, was mein Körper mehr auslastet. Nordic Walking erschien mir da als angemessese Alternative und weniger strapazierende Sportart als Joggen. Ich fühle mich nicht wirklich fitt und das könnte wieder ein sanfter Einstieg in den regelmäßigen Sport sein.
  • Zudem will ich durch Verhaltenstherapie wieder Zugang zu mir und meinem Körper finden - lernen, wie ich mit Stress und Umschwüngen umgehen kann. Ich bin von Natur aus ein zartbesaiteter Mensch und muss endlich lernen, damit zurechtzukommen. Aber das ist denke ich nur die Spitze des Eisberges. Ich hatte die letzten Wochen nun viel Zeit zum nachdenken. Ich bin eigentlich ein sehr lebensfroher Mensch. Aber irgendwas machte mir zu schaffen. Zudem finde ich es wirklich anstrengend frühs auf Arbeit zu fahren - es ist dunkel und Nachmittags heim zu kommen - es wird dunkel. Unsere heutige Gesellschaft hat verlernt sich dem anzupassen. Für unsere Vorfahren war der Winter (wie auch für die Natur) eine Zeit der Ruhe. Die Feldarbeit ruhte, gewerkelt wurde nur noch in den heimischen Stuben. Und was machen wir heute? Wir hetzen von A nach B und versuchen mit der Geschwindigkeit mitzuhalten. Keiner rastet oder hält noch einmal inne. Dabei sollte es doch so einfach sein einen Gang herunterzuschalten?



Solche Gedanken begleiteten mich letztes Jahr Anfang Dezember, als ich mit meinem Verlobten ein Wochenendurlaub im Spielzeugdorf Seiffen im Erzgebirge machte. Ruhte dort im Winter die Arbeit auf dem Hof, versuchte man sich mit Handerkszeugs ein Zubrot zu verdienen. So begannen vor allem auch die Bergarbeiter im Winter mit Schnitzarbeiten, was sich schnell zu einem neuen Wirtschaftszweig entwickelte. Und ich sage euch: Seiffen ist wirklich ein kleines Dorf, sehr ursprünglich. Es hat sich seine Traditionen und Rituale bewahrt.
Da wären wir beim nächsten Thema, was mich beschäftigt. Traditionen und Rituale. In Seiffen gibt es kaum ein Fenster wo nicht ein Räuchermännchen steht, oder die berühmten Figuren von Bergmann und Engel. Es gibt jährliche Bergmannsparaden und geräuchert wurde auch viel. Sogar in unserer reizenden Unterkunft hoch über dem Dorf mitten im Wald. Ich war sofort bei mir und habe mich wohl gefühlt, ja fast sogar entschleunigt. Dort schlugen die Uhren noch in einem anderen Takt, trotz dutzender Reisebusse, die Unmengen an Touristen ausspuckten. Aber will uns gerade das nicht irgendetwas mitteilen? Die Menschen interessieren sich für solche Traditionen, für diese ursprüngliche Atmosphäre.


Da wären wir bei meinem Wort des Jahres 2018: URSPRÜNGLICH.
Aber was meine ich damit? Was will ich damit?
Ich will für mich herausfinden, wie ich im reißenden Fluss dieser Zeit, Ausszeiten finden kann. Kleine Rituale, wie meinen abendlichen Tee trinken, reichen mir offenbar nicht. Es muss doch Dinge geben, die sich mit der modernen Gesellschaft vereinen lassen und mich der Natur und mir selbst wieder etwas näher bringen kann? Wo liegen nun eigentlich unsere Wurzeln? Diese liegen (ob es manchen passt oder nicht) im Heidentum. Dies bedeutet nicht einfach nur an heidnische Götter zu glauben. Es ist vielmehr ein Leben nach dem Rhythmus der Natur. An den heidnischen Jahresfesten wurde dieser Natur gedankt und diese fand in den heidnischen Gottheiten eine Personifizierung. Ich persönlich weiß nicht, ob ich ein Mensch bin, der an Götter glauben kann. Aber ich möchte für mich einige Dinge dieser Gesinnung in mein Leben integrieren. Ich will die Natur beobachten, ein wenig mehr mit und von ihr Leben und diese Feiertage nutzen, um für mich Gründe zu finden, feiern zu können. Damit habe ich bereits im letzten Jahr begonnen.

Da mich die dunkle Jahreszeit so sehr mitgenommen hatte, habe ich am 21. Dezember zur Wintersonnenwende die wieder länger werdenden Tage gefeiert. Ich habe für mich ein Ritual gemacht um das alte Jahr abzuschließen und auf das neue Jahr zuzugehen. (das Ritual findet ihr hier) Ich freute mich auf das neue Jahr und auf die neuen Projekte. Als meine Schwiegereltern und ich an Heilig Abend eines meiner Pflanzenbücher in der Hand hatten, bekam ich plötzlich wieder große Lust auf das Gärtnern und buddeln in der Erde. Daraus hat sich bis heute eines meiner wichtigsten Projekte für dieses Jahr entwickelt.



Im August sind wir nach Schönebeck gezogen und schauen nun tagtäglich auf eine Gartenanlage. Uns gefiel die Idee eines Gartens direkt vor der Haustür. Doch für den kommenden Herbst und Winter hätte es sich nicht mehr gelohnt. Doch nun ist das neue Jahr da, die Email an den Gartenverband abgeschickt und die Gartenbücher herausgekramt. Und warum gerade einen Schrebergarten? Werdet ihr etwa ein wenig spießig? Das hat für mich nichts mit spießig zu tun. Für meinen Verlobten ist es eine tolle Möglichkeit Dinge zu bauen, zu werkeln und selbst etwas zu schaffen. "Pflanzen sind dein Ding!" Das hatte er gesagt.
Okay ... Deal... Er wird bauen und ich anbauen. Perfekt.



Für mich ist es aber mehr, als vielleicht ein paar Kräuter und Gemüse selbst anzupflanzen. Ich glaube, dass gerade diese Art von körperlicher Arbeit in der Natur gut für mich ist.


Ich habe schon früher im Garten meiner Eltern begeistert in der Erde gebuddelt und den Teich von Algen befreit. :)
Ich glaube es ist für mich DIE Ausszeit, die mein Körper und Geist brauchen. Eine 'ursprüngliche Arbeit', die meine Vorfahren schon machen mussten, um zu überleben. Und umso praktischer, dass ich für diese Arbeit nur über die Straße gehen müsste. Es sind sogar Parzellen frei, sagte uns einer der Gartenbesitzer, die bei uns vor dem Haus parkten. Na dann... Ich bin gespannt was der Gartenverband sagt und wie sich das neue Jahr für mich entwickelt.
In diesem Zusammenhang habe ich mir natürlich vorgenommen den Blog zu reaktivieren und (auch wenn es nur für mich ist) diese neuen Projekte und Gedanken festzuhalten.



  • Ich werde euch also mit in den damaligen Garten meiner Eltern entführn und meine Gedanken zu Pro und Contra zu einem Schrebergarten ausführen.
  • Ihr bekommt einen Einblick in das neue Heim für mich und meine Pflanzen.
  • Natürlich werde ich auch wieder viel basteln. (Dieses Jahr habe ich ein Dezembertagebuch geführt. Wenn es fertig ist, kommt hier die Anleitung)
  • Ich plane bereits mein Gartentagebuch und werde euch für mich praktische Kräuter und Gemüse vorstellen.
  • In einem Beitrag werde ich beschrieben, warum mein Freund und ich eine Hochzeit im Mittelalterstil wollen.
  • Vielleicht stelle ich euch auch meine Lieblingsgartenbücher vor.
Mal sehen. Es wird auf jeden Fall bunt in diesem Jahr.

Ich freue mich, wenn ihr mich begleitet.
Eure Anki

Donnerstag, 25. Mai 2017

Projekt Wasserwoche 2017 - gesponsert von Gerolsteiner




Es klingelte an der Tür. DHL? Super! Ich erwartete eigentlich ein Paket mit einem Geburtstagsgeschenk. Allerdings brachte mir der nette Mensch ein anderes Paket, mit dem ich schon gar nicht mehr gerechnet habe. Erst dachte ich, das große schwere Paket wäre für meine Nachbarin, da ich eines für sie annehmen sollte. Ich ärgerte mich schon: Warum bekommt sie ein Paket zur Gerolsteiner Wasserwoche und ich nicht? Das Paket war recht unhandlich, aber sehr schön gestaltet und man bot mir an, es anstatt es in den fünften Stock zu tragen, das Paket gleich in den Keller zu stellen. Ich dachte mir nichts weiter dabei und schloss dem DHL-Menschen den Keller auf. Erst dann sah ich das erste Mal richtig auf das Etikett. Auf dem Wasserpaket stand mein Name drauf. Komisch ... Es ist noch keine Email von Gerolsteiner gekommen. Da war wohl DHL schneller gewesen. Ein Mineralwasservorrat von Gerolsteiner der Sorte Naturell für eine ganze Woche. Cool. Ich hatte noch nie was gewonnen... Aber ....

Quelle Bild rechts: pixabay

Was ist das Projekt Wasserwoche überhaupt?

Das Projekt wurde von Gerolsteiner ins Leben gerufen. Jedes Jahr gibt es eine Woche, in der interessierte Menschen aufgerufen werden eine Woche lang nur Mineralwasser zu trinken, eine paar Dinge in ihrer Lebensweise zu überdenken und sich viel zu bewegen. "7 Tage, 1 Erlebnis" – so lautete das Motto für das Projekt: Wasserwoche.
  • jeden Tag eine Woche lang mindestens 2 L Mineralwasser trinken
  • Kräuter- und Früchtetees sind erlaubt, sowie Säfte und Smoothies, da diese als Nachrungsmittel gelten
  • auf eine ausgewogene Ernährung achten
  • genügend Bewegung
  • innere Balance finden

Das Ziel ist ein genussvoller und gesunder Lifestyle, um somit zu neuer Inspiration und Energie zu finden. Gemeinschaft wird bei Gerolsteiner großgeschrieben, deswegen sollen sich in den sozialen Netzwerken Menschen zusammenfinden, die am Projekt mitmachen, das gleiche Ziel haben und sich gegenseitig motivieren - unabhängig davon, ob sie nun einen Wasservorrat gewonnen haben oder nicht.
Das Projekt Wasserwoche ist ein Projekt für die Gesundheit ohne strenge Regeln und ohne Verzicht. Man solle einfach darauf achten, was und vor allem wie viel man davon isst. Es ist eine Möglichkeit im hektischen Alltag sich eine Auszeit zu nehmen und einen genaueren Blick auf seinen Körper zu werfen. Wie schön ist es doch, sich in seinem eigenen Körper wohl zu fühlen. Denn wie Gerolsteiner es so treffend ausdrückte: "Hand aufs Herz: sobald es stressig wird, vergessen wir als erstes uns selbst." Dem kann ich nur zustimmen. Unsere Zeit ist kostbar und wenn wir unter unzähligen To-Dos begraben werden, bleibt kaum Zeit mal in uns hinein zu lauschen. Was wollen wir? Wie viel Energie habe ich überhaupt noch zur Verfügung? Kann ich mich trotz Stress gut entspannen? Während der Wasserwoche sollte man sich die Zeit nehmen, um über solche Fragen nachzudenken.

Was habe ich mir für die Woche vorgenommen?

1) eine Woche lang auf meine heißgeliebte Cola verzichten
Ja, ich trinke sehr gerne Cola. Ich mag es einfach, keine Ahnung warum. Da ich keinen Kaffee trinke, muss das Koffein ja irgendwo her kommen. ;) Dabei trinke ich keineswegs 2 L Cola am Tag. Ich denke auf 0,5 L Cola kommen mind. 2 L Wasser und Tee. Denn schon vor der Wasserwoche habe ich schon sehr viel Wasser getrunken. Mein Ziel war es also meinen Colakonsum weiter einzuschränken bzw. ganz auf ihn zu verzichten und die Cola vielleicht durch Grünen Tee zu ersetzen.

2. Weniger Süßkram und mehr Offenheit für neue Rezepte
Ich bin eine Süße... Schokolade, ein paar Gummitierchen oder Kekse - irgendetwas davon habe ich immer im Haus. Ganz verzichten wollte ich darauf nicht, aber ich wollte einfach mal schauen, was ich zusätzlich für gesunde Rezepte probieren kann. Mein Ziel war es nicht abzunehmen. Ich wollte einfach herausfinden, was ich tun kann, um ein gewisses Gleichgewicht in meine Ernährung zu bringen.

3. Konsequent mehr Bewegung und Entspannung
Quelle: pixabay

Bewegung habe ich zwar auf Arbeit genug, aber die ist nur bedingt gesund. Gerade das schwere Heben ist nicht gut für den Rücken. Daher brauchte ich eine Bewegung, die das ein wenig ausgleicht. Bei uns in der Uni werden Yoga-Kurse angeboten. Dieses Semester habe ich mich für Rücken- und Vinyasa-Yoga entschieden. Bewegung und Entspannung in einem. Praktisch, nicht wahr? Dazu hatte ich mir schon vor der Wasserwoche eine Meditationsapp zugelegt. Ich bin sehr begeistert und kann 7mind jedem empfehlen, der das mal ausprobieren möchte. Es gibt einen kostenlosen Einsteigerkurs. Eine sehr angenehme Stimme leitet einen durch die verschiedenen Übungen. Dazu kommen Meditationen, die man selber gestalten kann. Weitere Kurse können optional dazu gebucht werden, z.B. zum Thema Gesundheit oder Gelassenheit. Diese App wollte ich nun während der Wasserwoche intensiv nutzen.

Wasserwoche rum - und nun?

Ich hatte mir drei Punkte für die Woche vorgenommen, von denen ich glaubte sie in meiner momentanen Lebenssituation auch durchhalten zu können. Hab ich es geschafft? Jain! Es ist unheimlich schwer bei einem unregelmäßigen Tagesverlauf eine Konstante zu finden, die es mir ermöglicht, all meine Vorhaben auch umzusetzen. Ich habe an drei Tagen die Woche einen Arbeitsbeginn um 7 Uhr. Da bleibt früh kaum Zeit für ein ausgewogenes Frühstück. Wenn ich Pech habe, komme ich dann auch erst Mittags dazu etwas Anständiges zu essen. Wogegen es mir an den arbeitsfreien Tage leichter fiel mir ein schönes Frühstück zu zaubern.
Zudem schreibe ich gerade meine Masterarbeit, d. h. ich verbringe viel Zeit im Sitzen vor dem PC. Ich habe natürlich brav Yoga gemacht. Das brauchte ich dann auch als Ausgleich. Jedoch war mir die Masterarbeit dann bei anderen Sachen wichtiger: wie z. B. beim Essen. Da habe ich dann keine Muse ausgiebig zu kochen und doch lieber zum Keks oder zur Puffreiswaffel gegriffen, als zu Obst und Gemüse. Das sollen alles keine Ausreden sein, jedoch glaube ich einfach, dass es jemanden in einem festen Leben, der angekommen ist und einen geregelten Tagesablauf hat, leichter fällt seine Vorhaben durchzuziehen und in den Tagesrhythmus einzupassen. Es passiert momentan sehr viel in meinem Leben, dass ich sehr viele Kräfte, Nerven und Konzentration darauf verwenden muss und möchte. Ich beende mit der Masterarbeit mein Studium. Ich muss mir also Gedanken um meine Zukunft machen, mich auf Jobsuche begeben und nebenbei gucken, dass das Geld zum Leben reicht. Letzten Mittwoch hatte ich zudem ein Vorstellungsgespräch in einer anderen Stadt. Da ging dann ein ganzer Tag drauf, da ich rund 4 Stunden auf Deutschlands Straßen verbrachte. Ich hatte natürlich immer mein Mineralwasser dabei, aber trotzdem kein guter Ort zum Entspannen oder sich neue Rezepte auszudenken. Ich bin da auch ehrlich und sehr realistisch. Ab einem gewissen Punkt war ich dann frustriert, dass das so für mich nicht funktionierte, dass mein Körper dann einfach nach einer Cola oder nach der Schokolade verlangt hat.



Trotzdem habe ich neue Sachen ausprobiert. Der Favorit von mir und meinen Eltern waren Gemüsenudeln. Erst haben wir Möhren- und Zucchininudeln mit normalen Nudeln gemischt und eine Bolognesesoße dazu gemacht, aber man kann auch gut auf die Getreidenudeln verzichten. :D Gemüsenudeln werde ich jetzt häufiger machen. Vielleicht mal mit einem schönen Pesto...

Was habe ich erreicht?

Contra
  • Ich habe es nicht geschafft eine Woche lang konsequent auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Dazu fehlte mir einfach die Muße
  • Ich habe es nicht geschafft komplett auf Cola zu verzichten
  • Ich habe es nicht geschafft jeden Tag mindestens 10.000 Schritte zu gehen
  • Ich hatte den Fehler gemacht, mir keinen genauen Rezeptplan für die Woche zurechtzulegen. Ich hatte ungefhr im Kopf, was ich essen wollte und habe danach eingekauft. Was dann spontan daraus wurde, entschied ich jeden Tag separat. So blieb leider auch immer etwas liegen.

Pro
  • 2 L Mineralwasser am Tag? Kein Problem für mich, solange es stilles Wasser ist.
  • Yoga als sportliche Aktivität ist richtig gut für mich. Bin ich körperlich angeschlagen oder nicht gut drauf ist das nach dem Yoga immer besser. Ich bin begeistert.
  • Regelmäßige Entspannung durch Meditation ist schön, vor allem auf dem Balkon in der Sonne.
  • Neue Rezepte habe ich auch ausprobiert. Vor allem Gemüsenudeln sind schnell gemacht und gut für eine Person portionierbar.

Na so schlecht sieht das doch garnicht aus. Kommt zu dem Mineralwasser noch der Tee hinzu, den ich getrunken habe, komme ich locker auf 3 L am Tag. Na da darf man sich doch auch mal ein Glas Cola am Wochenende bei den liebsten Eltern gönnen. ;) Ich glaube ich muss auch kein schlechtes Gewissen haben. Ich habe regelmäßig Gemüse und Obst gegessen, mich bewegt und meinem Körper in der Wanne oder durch eine Gesichtsmaske etwas gutes gegönnt.

Was nehme ich mit?

Ich werde definitiv weiter viel Wasser trinken. Das tut gut und gerade wenn es so warm ist, ist das eine Wohltat. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich, je mehr Wasser ich getrunken habe, weniger Heißhunger hatte - im allgemeinen weniger gegessen habe. Ich nehme tolle Rezepte mit, die ich jetzt öfter machen werde. Meinen Verlobten werde ich von den Gemüsespaghetti auch überzeugen. ;) Mit ihm gemeinsam beziehe ich im Juli unsere erste gemeinsame Wohnung. Dann will ich es mit dem Joggen probieren. Wir haben dort nämlich einen Kurpark mit Gradierwerk um die Ecke. Das muss ich irgendwie nutzen. Zudem gibt es da noch ein Solebad - perfekt für die gelegentliche Entspannung.
Ich werde definitiv im nächsten Jahr wieder mitmachen, egal, ob ich einen Vorrat gewinne oder nicht. Wahrscheinlich werde ich schon eher meine eigene Wasserwoche veranstalten. So Gott will habe ich im Herbst dann auch einen festen Job und einen geregelten Tagesablauf. Ich will herausfinden wie leicht (oder wie schwer) es mir dann fällt meine Vorsätze für die Wasserwoche durchzuziehen.




Bis dahin bedanke ich mich bei Gerolsteiner für das tolle Projekt und den Wasservorrat. Ich habe zwar nicht jede meine Vorsätze durchgehalten, aber ich habe viel über mich und mein momentanes Leben gelernt und versucht das Beste daraus zu machen. Das Wasser ist jedenfalls leer. :D Vielen Dank Gerolsteiner!

Das nächste Mal geht es ums Wohnen im Grünen.
Seid gespannt!

Eure Anke

Freitag, 24. März 2017

Es ist ein Kraut gewachsen #02


Sonnenzeit ist Aussaatzeit

Die Sonne erwärmt nun auch das letzte Winterherz. Zwischen Vogelzwitschern, einem lauen Lüftchen und unter blauem Himmel, kann man es nun kaum mehr leugnen. Es ist Frühling. Dies ist die Zeit in der es sämtlichen Hobbygärtnern in den Fingern juckt: Raus an die frische Luft und in der Erde buddeln.
Genau das habe ich heute auch getan: Das wunderbare Wetter hat mich regelrecht auf den Balkon gezerrt. Viele Samen warteten darauf, ausgesät zu werden und mein Hauswurz sehnte sich nach einem größeren Zuhause. Immerhin hat sich die Anzahl der Pflanzen auf zwei verdoppelt. Anscheinend gefällt ihm der Platz am Südfenster über der Heizung.



Das alte Behältnis war wirklich zu eng geworden und ich hoffe, dass ihm das neue Heim gefällt. Das Substrat habe ich möglichst durchlässig gewählt - ein Mix aus Blumenerde, Sand und dem Rest der Aussaaterde. Versuch macht klug. :) Als Verzierung habe ich noch ein paar Steine eingearbeitet. Schaut richtig schön aus. Nun kann er weiter wachsen.


Schon im letzten Jahr habe ich erfolgreich Pflänzchen herangezogen. Also wollte ich es mir dieses Jahr nicht nehmen lassen, mein Glück noch einmal zu versuchen. Ihr braucht nicht viel, um selbst Pflanzen anzuziehen: Aussaattöpfchen, Aussaaterde und natürlich Saatgut sind in jedem Fachhandel zu erwerben.
Allerdings braucht ihr kein Geld für extra Aussaatbehälter ausgeben. So blöd es auch klingt ... schaut einfach mal in eurem Müll. Dort findet ihr alles, was ihr benötigt. Als Aussaatbehälter eignen sich die Verpackungen von Eiern, Plastikbehälter (wie z.B. von Weintrauben o.ä.) oder Zeitungen. Und da ich immer etwas Altpapier daheim habe, wurde dieses sinnvoll umgenutzt. Und ihr könnt noch mehr Upcycling betreiben! Aus alten Jogurtbechern, könnt ihr ganz einfach Schildchen für eure Saat basteln. Einfach in Streifen schneiden und mit einem CD-Marker beschriften. Ordentliches Ausspühlen ist natürlich Vorraussetzung.

Altpapier und Eierkartons haben einen großen Vorteil. Sie können mit den vereinzelten Pflänzchen mit eingepflanzt werden. Ich zeige euch nun, wie ihr Pflanztöpfchen aus Altpapier selbst machen könnt. Und Folgendes benötigt ihr:
  • alte Zeitungen, möglichst unbeschichtet 
  • Bindfaden (ich habe Klebestreifen verwendet, den pflanze ich natürlich nicht mit ein und mache ihn vorher ab) 
  • Schere 
  • Flaschen in der Größe eurer Wahl 
  • Aussaaterde 
  • Saatgut (ich habe mich für folgende entschieden: Fenchel, Kapuzinerkresse, Zuckererbsen, Ringelblumen, Mohn, Kornblumen und Riesen-Mageriten) 
  • Namensschildchen 
  • evtl. Untersetzer, damit beim Gießen und Besprühen auch mal was daneben geben kann (für besseren Halt meiner Töpfchen habe ich einfach Plastebehälter für Pflanztöpfe aus dem Gartencenter verwendet) 
  • Frischhaltefolie



Und so wird's gemacht:
  1. Ihr schneidet euch das Zeitungspapier zurecht. Anschließend wickelt ihr das Papier um die Flasche und bindetet (bzw. klebt) es fest. Am Boden faltet ihr das Papier einfach zusammen und befestigt es wieder. Am Anfang müsst ihr euch wahrscheinlich ein wenig ausprobieren, was für euch funktioniert, aber je öfter ihr ein solches Töpfchen bastelt, desto einfacher gelingt es euch. Da meine Untersetzer zwei unterschiedliche Größen haben, musste ich natürlich auch zwei verschiedene Flaschengrößen wählen. Auch wenn die Pflanzgefäße momentan noch etwas wackelig wirken ... ist erst einmal Erde drin, stehen sie quasi von selbst.
  2. Ihr füllt die Töpfchen mit Aussaaterde. Diese hat, zwecks einer besseren Wurzelbildung, relativ wenig Nährstoffe.
     
  3. Nun kann auch schon euer Saatgut einziehen. Am besten ihr sät es so aus, wie es auf der Verpackung steht, dann könnt ihr nichts falsch machen.
     

  4. Beschriftet eure Töpfchen sofort, denn solange es noch keine Pflänzchen gibt, sehen alle Kinderstuben gleich aus.
  5. Nun wird angegossen. Ich verwende immer eine Sprühflasche, damit meine Samen nicht ertrinken. ;) An einem Platz an der Sonne sollte es euren Jungpflanzen in spe ganz gut gehen. Um für eine konstante Feuchtigkeitszufuhr zu sorgen, könnt ihr eure Töpfchen mit Frischhaltefolie überdecken. So habt ihr ein Minnigewächshaus. Damit Schimmel allerdings keine Chance hat, muss für aussreichend Luftzufuhr gesorgt werden. Entweder ihr lasst einfach einen Spalt offen (ihr müsst ja trotzdem immer mal gießen) oder ihr Lüftet regelmäßig.


Das war's auch schon. Nun könnt ihr das Wachstum eurer Pflänzchen beobachten. Sobald die Jungpflanzen zwei Blätter ausgebildet haben, sollten sie pikiert (vereinzelt) werden, damit jede Pfanze genug Platz hat sich zu entfalten. Sind eure Pflanzenkinder groß und kräftig genug, können sie nach den Eisheiligen an die frische Luft ins Freiland. Ihr könnt euren Pflanzen auch schon vorher etwas Frischluft gönnen. Sie können an warmen und sonnigen Tagen ruhig mit auf den Balkon oder die Terrasse ziehen, um sich an die Temperaturen draußen zu gewöhnen. Aber vergesst sie ja nicht Abends wieder hinein in die warme Stube zu holen!

Es ist wirklich nicht schwer eigene Pflanzen aufzuziehen. Nichts ist schöner, als zu beobachten, dass auch ein paar Wochen später wirklich etwas gewachsen ist. Und wenn dann Zeit für die Ernte ist, dann habt ihr einen ganzen Lebenszyklus einer Pflanze begleitet. Das ist ein wunderbares Gefühl. Probiert es doch einfach mal aus! Macht euer Leben etwas grüner!

Viel Spaß beim Gärtnern!
Eure Anki

Montag, 13. März 2017

Projekt: Jahrestee - mein persönlicher Tee

Quelle: pixabay.de

Der März hat begonnen. Langsam steigen die Temperaturen, die Tage werden wieder länger und mit jedem sonnigen Tag wächst auch das Bedürfnis endlich wieder im (Balkon)Garten aktiv zu werden. So langsam könnte dieser ja mal aus seinem Winterschlaf erwachen. Verblütes wird entsorgt, leere Töpfe gereinigt und bei einem Bummel durch die Gärtnerei oder das Gartencenter des Vertrauens juckt es uns umso mehr in den Fingern. Wir planen genau, welche Pflanzen bei uns einziehen werden. Jeder (Balkon)Gärtner kennt diese Vorfreude sicher. Ungeduldig ziehen wir all das auf der Fensterbank heran, was die Spätfröste nicht überstehen würden. Die Freude ist groß, wenn die ersten jungen Triebe das Licht der Welt erblicken. Es gibt nichts Schöneres seinen Sprösslingen beim Wachsen zuzusehen und später dann auch die Früchte seiner Arbeit zu ernten.

In der kalten Jahreszeit erinnern wir uns immer gerne an den Sommer und seine intensiven Gerüche von Kräutern und Blumen, an die lauen Sommerabende und das Grillen mit Freunden zurück. Wäre es nicht schön, für den nächsten Winter vorzusorgen und den Sommer einzufangen? (Nicht nur im Gefrierfach oder im Einmachglas!) Wäre es nicht schön, neben dem Duft und den Aromen auch die Wärme des Sommers zu spüren?



Quelle: garten-fraeulein.de
Wie man das machen kann, schildert das Garten Fräulein in ihrem neuen Buch "Mein kreativer Stadtbalkon - Das Journal". Sie gibt Tipps für ein erflgreiches Balkonjahr und bietet gleichzeitig dem Leser Platz für viele eigene Notizen. In diesem, sehr liebevoll gestalteten, Büchlein stellt das Garten Fräulein den Jahrestee vor. Man sammelt in jeder Jahresezeit Kräuter und Blüten für einen Tee, der uns in der kalten Jahreszeit an die herrlichen Monate im Sommer erinnern soll.
Was für eine wunderbare Idee. Als Teetrinkerin ist dieses Projekt eine tolle Art mir meinen ganz persönlichen Tee zusammenzustellen. Wir wohnen schließlich alle in unterschiedlichen Regionen, wir pflanzen andere Dinge an und sind, was den Geschmack angeht, sowieso von Grund auf verschieden. So wird auch der Tee bei jedem anders werden. Ich werde also im Laufe des Jahres immer wieder Kräuter und Blüten sammeln, die ich mir in meinem Tee vorstellen kann. Im Frühjahr können das Veilchenblüten, Kirschblüten, Apfelblüten, Gänseblümchenblüten oder junge Brennnesselblätter sein. Im Sommer blühen unter anderen Kamille, Kornblume und Duftrose. Aber auch Kräuter wie Melisse, Minze und Zitronenverbene eigenen sich gut für einen Tee. Im Herbst bzw. Spätsommer kann man noch Lavendel, Thymian, Fenchelsamen und Hagebutten ernten. Es gibt so viele Kräuter, da ist für jeden etwas dabei.

Und wie mache ich das ganze haltbar? Ich werde alle gesammelten Blüten und Kräuter trocknen, so lassen sie sich gut lagern und sich auch noch im tiefsten Winter für einen Tee verwenden. Was ich genau im Frühjahr sammeln werde und wie ich es am Ende lagere, zeige ich euch beim nächten Arteikel zum Thema "Jahrestee".
Und könnt ihr nicht genügend Gartentipps bekommen, dann schaut doch mal auf dem Blog vom Garten Fräulein vorbei. :)

Bis bald.
Eure Anke.

Freitag, 3. März 2017

Auf der Suche nach Gelassenheit #1


Quelle: pixabay.de


Ein alter Medizinmann der Cherokee-Indianer sitzt mit seinem Enkel Moki am Feuer. Die Sterne strahlen, das Feuer prasselt und beide schauen lange schweigend in die Flammen. Schließlich lächelt der Alte seinen Enkel an und erzählt ihm die Geschichte von den zwei Wölfen:
"Weißt du, Moki, in unserem Herzen leben zwei Wölfe. Der schwarze Wolf bringt uns Unruhe, Hass, Angst, Kampf und böse Träume. Der weiße Wolf füllt unser Herz mit Ruhe, Liebe, Vertrauen und Frieden. Und immerzu kämpfen diese beiden Wölfe gegeneinander - Tag für Tag."
Der Enkel blickt ins Feuer und denkt darüber nach, was sein Großvater gesagt hat. Schließlich fragt er: "Großvater - und welcher von beiden wird gewinnen?"
Der alte Indianer schweigt eine Weile, dann antwortet er: "Der, den du fütterst, Moki - den, den du fütterst."
*

Füttere deinen weißen Wolf!

Heute beginne ich mit einem Zitat aus dem Buch, was ich mir letztens gekauft habe. Gelassenheit für Anfänger von Aljoscha Long und Ronald Schweppe. Ein wirklich tolles und sehr liebevoll geschriebenes Buch. Aber dies soll keine Buchrezension werden. Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil ich unbedingt gelassener und entspannter werden und weniger grübeln möchte. Das ist gar nicht so leicht, da ich genau der Typ Mensch bin, der sich gerne mal aufregt und sich zu viele Gedanken macht. Abe wer grübelt denn nicht über seine Zukunft, wenn er vor einer ungewissen Zeit steht, oder macht sich Sorgen um Familienmitglieder. Und nun habe ich den Salat. Schlimme Verspannungen sind die Folge bis hin zu Schluckproblemen beim Essen. Trotz Yoga sitzen die Verspannungen so fest, dass ich nun einen Orthopäden bemühe. Ich brauche dabei professionelle Hilfe. Aber ein Orthpäde wird mir nicht beibringen gelassener zu werden. Also habe ich dieses Buch zu Rate gezogen.

Die Geschichte über den weißen Wolf habe ich dem Buch entnommen, weil ich sie sehr aussagekräftig finde. Jeder müsste diesen Kampf eigentlich kennen. Auch du! Wenn du Angst verspürst, oder dich über jemanden geärgert hast, fühlst du dich nicht besonders gut: dein Gemüt ist erhitzt und dein Körper angespannt. Stress im Beruf oder in der Familie sind auch nicht beosnders förderlich für dein Wohlbefinden. Kein Wunder, dass Burnout zu einer Volkskrankheit wird. Und weil ich nicht dort landen möchte, habe ich nicht nur einen Gang zurückgeschalten. Auch micht plagen Stress, Sorgen und ewige Grübeleien über meine Zukunft. Mein schwarzer Wolf ist mittlerweile sehr gut genährt. Zwar versucht der weiße Wolf immer wieder aus seine Höhle zu kommen, aber die körperliche Kraft ist noch nicht vorhanden. Das muss ich ändern. Begleite mich doch auf der Suche nach Gelassenheit und Entspannung. Vielleicht erhält auch dein weißer Wolf, passend zum Frühling, wieder ein wenig Lebensenergie zurück.



Wie geht es mir im Augenblick eigentlich?


Diese Frage sollten wir uns alle regelmäßig stellen, ansonsten laufen wir Gefahr uns selbst aus den Augen zu verlieren. Natürlich sollst du nicht jede freie Minute damit verbringen nach Dingen in deinem Körper zu suchen, die dir vielleicht zu schaffen machen. Manchmal kneift und zwickt es einfach mal. Aber wenn du dich sowieso schon angeschlagen oder einfach nur unzufrieden fühlst, dann spüre in dich hinein. Es ist dein Körper und der kann dir auch Antworten geben. Ist es höchste Eisenbahn, meldet sich dein Körper automatisch. Ich bin ein gutes Beispiel.
Schon letztes Jahr klagte ich bei meinem Hausarzt über Verspannungen im Nacken. Dieser empfiel mir Yoga oder Pilates - ein Mix aus Bewegung, Dehnung und Entspannung. Eigentlich eine sehr wunderbare Mischung. Kann ich nur jedem empfehlen. Nun - fast ein Jahr später - sind es Verspannungen geworden, die meine Lebensqualität deutlich senken. Die Verspannungen sind chronisch und auch wenn mir ein Orthopäde sicher helfen kann, werden die psychosomatischen Verspannungen nicht eher weggehen, bis ich nicht mit mir im Reinen bin. (Trotzdem werde ich mir sicher weniger einen Kopf um die Verspannungen machen, wenn ein Spezialist diese erstmal genau unter die Lupe genommen hat. Also eine Sorgenfalte weniger.)

Wo wir schon bei Thema sind, können wir gemeinsam ein paar kurze Übungen machen, um für einen Augenblick unseren Körper und unser Befinden zu scannen.
Wie schaut es mit deiner Körperhaltung aus? Sitzt du immer gerade oder läufst du etwas nach vorne gebeugt? - Ich für meinen Teil habe eine eher schlechte Körperhaltung. Ich nenne sie meine "Schutzhaltung". Ich sitze und Laufe immer etwas nach vorne gebeugt, die Schulter oft nach oben gezogen. Wie ich das gemerkt habe? Du musst dich einfach mal bewusst gerade hinsetzen oder hinstellen, dann merkst du automatisch, wenn verkürzte Muskeln dich wieder in diese Schonhaltung ziehen wollen. Deswegen auch meine Entscheidung für den Spezialisten. Ich sinke immer wieder in diese schonende Haltung zurück, hab keine gute Körperspannung, was für mich selbst manche Yoga-Posen erschwert. Ich habe nie bewusst darauf geachtet. "Ach das geht schon vorbei, das passt schon", habe ich mir versucht einzureden, solange, bis es eben nicht mehr ging.
Als nächstes können wir mal unser Gesicht entspannen. Du bist entspannt? Das ist schön. Aber beißt du nicht ab und an mal die Zähne zusammen oder verziehst sorgenvoll das Gesicht? Achte einfach mal darauf. Es geht meistens schneller und vor allem unbewusster als du denkst. Oft wird es dir auch sofort angesehen, wenn es dir nicht gut geht. "Alles okay, du siehst so abgespannt aus?" Hast du sicher schon mal gehört, oder?
Anhand diesem kleinen Check-up kannst du schnell herausfinden, ob du eine Pause brauchst. Spürst du dich verspannt, solltest du herausfinden, woher es kommt. Reflektiere für dich, ob dir gerade etwas Sorgen macht, oder du in deinem Job doch etwas mehr Stunden als sonst gearbeitet hast, weil ein Projekt fertig gemacht werden musste. Dann ist es an der Zeit deinem Körper eine Auszeit zu gönnen und ihn zu verwöhnen. Nimm ein Bad, geh in die Sauna oder für ein Wochenende hinaus in die Natur. Am besten du machst einfach mal GAR NICHTS. Lege dich auf die Couch oder auf eine Blumenwiese und mache gar nichts: Kein Telefon, keine Musik, kein Fernseher und kein Internet. Du, dein Geist und dein Körper ihr habt eine Pause verdient.

Quelle: pixabay,de

Einmal richtig duchatmen bitte

Für diese kleine Übung musst du dich nicht extra auf eine Wiese legen, es reicht, wenn du dich einfach einmal bewusst und entspannt hinsetzt. Wenn du gerade keine Zeit für eine ausgiebige Achtsamskeits-Übung hast, dann atme doch einfach bewusst durch.
Setze dich bequem hin und schließe die Augen. Versuche deinen Körper etwas zu entspannen. Dann atmest du bewusst durch die Nase ein - so lange biss sich vom Bauch bis zu den Lungen alles mit frischer Luft gefüllt hat und dann atmest du langsam durch die Nase wieder aus. Wiederhole das mindestens dreimal. Du wirst feststellen, dass du einen großen Unterschied zu deiner bisherigen Atmung feststellst. Mir erging es jedenfalls so. Wenn ich gestresst und aufgeregt bin, wird meine Atmung flacher. Geht es mir nicht gut, ist meine Atmung unregelmäßiger. Was vielen (und auch mir) nicht bewusst war: die Atmung bestimmt deine Stimmung und andersherum. Und das kann zu einem Teufelskreis werden. Bist du gestresst, atmest du flacher, also kommt weniger Luft ins Gehirn, also wird die Stimmung auch schlechter und da achtest du noch weniger auf deine Atmung. Dieser Teufelskreis kann nur durchbrochen werden, wenn du regelmäßig bewusst atmest. Und mal ehrlich: einmal richtig durchatmen ist nicht schwer, es lenkt deine Gedanken auf die Atmung und dein Körper bekommt neuen Sauerstoff zum Arbeiten. Ich mache das jetzt täglich. Gerne stelle ich mich dazu auf den Balkon. Ich finde das ist eine sehr einfache und schnelle Übung, um sich aus dem Alltagstrott herausureißen.
Der erste Schritt in Richtung Gelassenheit ist getan.

Ich würde mich freuen, wenn du mich weiter auf der Suche nach Gelassenheit begleitest.
Deine Anke

* Zitat aus Gelassenheit für Anfänger von Aljoscha Long und Ronald Schweppe